Schuster macht dicht

Hebertshausen - Aus und vorbei. Die Feinpappenwerk Gebrüder Schuster GmbH & Co. KG stellt ihren Geschäftsbetrieb zum 31. August ein. 115 Mitarbeiter verlieren ihren Job.

Bis zuletzt hatten die 115 Mitarbeiter des Feinpappenwerks Gebrüder Schuster GmbH & Co. KG gehofft, dass sich doch noch alles zum Guten wendet; dass das Sanierungskonzept von Insolvenzverwalter Stephan Ammann den Umschwung bringt oder ein Investor gefunden wird (wir haben berichtet). Vergeblich. Nachdem Schuster im April einen Insolvenzantrag zum Amtsgericht München gestellt hatte, ist das Unternehmen, das aus Altpapier hochwertigen Karton herstellt, nun ab 31. August 2016 Geschichte.

Die 115 Mitarbeiter wurden am Dienstagnachmittag im Rahmen einer Betriebsversammlung über die Schließung informiert, teilte die Rechtsanwalts-GmbH Pluta, für die Sanierungsexperte Ammann arbeitet, mit.

In den vergangenen Wochen hielt der Verwalter gemeinsam mit seinem Team den Geschäftsbetrieb aufrecht und führte zugleich einen Investorenprozess durch. Trotz zahlreicher Gespräche habe es jedoch keinen Käufer für das Unternehmen gegeben, so dass die Betriebsstilllegung unvermeidlich gewesen sei, so Pluta. Aufgrund des erheblichen Investitionsrückstaus der vergangenen Jahre sei ein dauerhafter wirtschaftlicher Betrieb des Unternehmens nicht möglich.

Mit dem Betriebsrat wurden ein Interessenausgleich sowie ein Sozialplan abgeschlossen. Dieser sieht für alle Mitarbeiter eine Abfindung vor. Bei der Belegschaft herrscht Enttäuschung über das Ende ihres Betriebs. „Ich finde es schade, aber da kann man nichts machen“, sagt der Betriebsratsvorsitzende Werner Kraus. Die Abfindung nennt Kraus einen „Tropfen auf den heißen Stein“. Mehr sei wohl nicht drin gewesen. Wie Kraus mitteilt, haben einige Mitarbeiter bereits einen neuen Job gefunden, viele jedoch müssen den Weg zum Arbeitsamt gehen.

Wie die Pluta GmbH versichert, wird der Betrieb bis Ende August aufrechterhalten. Schuster-Karton plant, sämtliche bestehenden Aufträge abzuarbeiten, sodass für die Kunden eine Ausproduktion garantiert ist. Auch neue Aufträge werden noch entgegengenommen, da die Bearbeitungszeit im Schnitt lediglich zehn Tage beträgt.

Thomas Zimmerly

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