Schwarzarbeit von der Krise unberührt

Dachau - Die Schattenwirtschaft blüht in der Krise, heißt es. Für den Landkreis Dachau lässt sich das nicht bestätigen.

Einer Studie der Uni Linz zufolge ist die Schwarzarbeit während der Wirtschafts- und Finanzkrise in Deutschland stark gestiegen – um 15 auf 350 Milliarden Euro allein 2009 – das entspricht 16 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Diese Zahlen will Franz-Josef Utler, Sprecher der Finanzkontrolle Schwarzarbeit in Landshut, nicht dementieren. Die Kontrollen seiner 110 Beamten, die in Niederbayern sowie den Kreisen Erding, Freising und Dachau unterwegs sind, hätten aber im Vorjahr keine Zunahme ergeben. „Wir liegen im Mittel der vergangenen Jahre“, so Utler. Im gesamten Dienstbezirk seien über 10 000 Personen kontrolliert worden, in den Kreisen Landshut, Erding, Freising und Dachau seien es rund 3100 gewesen.

In den oberbayerischen Kreisen wurden laut Utler 300 Betriebe unter die Lupe genommen. „Die genaue Auswertung liegt noch nicht vor. Damit können wir auch noch nicht sagen, welche Strafen ausgesprochen wurden. Fest steht aber: Einen signifikanten Anstieg konnten wir 2009 nicht verbuchen“, so der Sprecher. Er schiebt allerdings hinterher, dass die Kontrolltätigkeit an der Zahl der zur Verfügung stehenden Beamten hänge. Im Raum Landshut, Erding, Freising und Dachau seien es 35. „Das heißt, wir konnten im Krisenjahr auch nicht stärker kontrollieren“, so Utler. Daher dürfte die Dunkelziffer hoch sein.

Eine weitere Unbekannte stellen die Privathaushalte dar. „Da haben wir keine Kontrollbefugnis“, erklärt Utler. Ob der Elektriker am Wochenende beim Nachbarn aktiv ist, ob eine Familie einen Pfleger illegal beschäftigt, oder ob der Frisör nach Hause kommt, das bleibt den Zollfahndern meist verborgen. „Es muss schon ein schwerwiegender Verdacht vorliegen, dass wir auf diesem Sektor aktiv werden können“, so der Sprecher der Schwarzarbeit-Ermittler.

Schwerpunkte der gewerblichen Kontrollen bilden die Bauwirtschaft (40 Prozent) sowie die Transport- und Logistikbranche (30 Prozent). „Wir suchen aber auch alle anderen Gewerbe auf“, versichert Utler. (hm)

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