Brexit-Chaos: Ende von Theresa May? Misstrauensvotum noch heute

Brexit-Chaos: Ende von Theresa May? Misstrauensvotum noch heute
Die letzte Birgittin in Altomünster: Schwester Apollonia im Kapitelsaal, wo sich einst bis zu 50 Nonnen versammelten. haag

Vatikan will Kloster Altomünster auflösen

Schwester Apollonia muss gehen

Dachau - Der Vatikan will das Kloster Altomünster auflösen. Nur noch eine Nonne lebt hier: Schwester Apollonia Buchinger. Und das widerspricht angeblich dem klösterlichen Leben in einer Gemeinschaft.

Jahrelang hat Schwester Apollonia gehofft und gekämpft: für das Leben in ihrem Kloster, gegen den Tod des Birgittenordens in Bayern. Sie schrieb Briefe an den Vatikan, bat um neue Nonnen. Vergebens: Das Kloster Altomünster wird aufgelöst. Die vatikanische Ordenskongregation hat ein Dekret verabschiedet, in dem der Grund für die Entscheidung sowie die weitere Vorgehensweise festgelegt sind.

Schwester Gabriele Konrad von den Franziskanerinnen von Schönbrunn ist als „apostolische Kommissarin für das Kloster Altomünster ernannt worden“, wie das Erzbischöfliche Ordinariat gestern mitteilte. Das bedeutet: Der Vatikan betraute Schwester Gabriele Konrad damit, „die Gemeinschaft auf dem Weg zur unvermeidliche Auflösung des Klosters zu leiten“. Schwester Gabriele war es auch, die gestern Vormittag die schlechte Nachricht an Schwester Apollonia Buchinger überbrachte. Laut vatikanischem Dekret soll für sie, die letzte noch im Kloster lebende Schwester, eine Lösung für die Zukunft gefunden werden.

Dabei hatte Schwester Apollonia erst vor kurzem noch gehofft, dass das klösterliche Leben in Altomünster weitergeht - und dass sie bleiben kann: „Ich lebe seit 30 Jahren hinter Klostermauern, ich bin einfach immer hier gewesen - warum soll ich nicht bleiben können?“, sagte die 60-Jährige Ende September.

Der Grund laut Vatikan: Die beiden verbleibenden Schwestern, von denen eine, Schwester Monika, außerhalb des Klosters in einem Münchner Pflegeheim lebt, „können keine ordentliche Leitung mehr bilden“. Die vorletzte Birgittin im Kloster, Pia Regina, war im August dieses Jahres verstorben.

Selbst wenn sich Anwärterinnen für das Leben im Kloster interessieren würden, könnte das klösterliche Leben in Altomünster nicht gerettet werden: „Für die Novizinnenausbildung braucht man eine Klostergemeinschaft“, erklärte Christoph Kappes, Pressesprecher der Erzbischöflichen Ordinariats. Das bedeutet: Mindestens drei Schwestern müssen in einem Konvent leben. Vor diesem Hintergrund habe sich die Ordenskongregation mit dem Kloster Altomünster befasst und den Entschluss gefasst, das Kloster aufzulösen.

Dass Schwester Gabriele Konrad zur apostolischen Kommissarin des St. Birgitta Klosters ernannt wurde, ist logisch: Sie ist die Vorsitzende der Vereinigung der geistlichen Schwestern in der Erzdiözese München und Freising. Sie ist außerdem stellvertretende Leiterin des Ordens von Schönbrunn. Schwester Gabriele informierte gestern Vormittag zusammen mit Prälat Lorenz Kastenhofer Schwester Apollonia. Wo die letzte im Kloster lebende Schwester unterkommen wird, wie es mit den Liegenschaften in der Ortsmitte weitergehen wird, dazu konnte Schwester Gabriele Konrad gestern noch nichts sagen. „Zuerst werden nun Gespräche stattfinden“, sagte sie.

Schwester Apollonia selbst war gestern nicht erreichbar. Sie sei sehr enttäuscht gewesen, hieß es gestern in Altomünster. Für Bürgermeister Anton Kerle kam die Nachricht von der Auflösung des Klosters überraschend. Wegen der Baumaßnahmen, die in den vergangenen Monaten am Gästehaus des Klosters begonnen haben, sei er eher positiv gestimmt gewesen ob der Zukunft des Klosters. Für die Gemeinde sei nun „entscheidend, was mit den Liegenschaften passiert. Gibt es ein wirtschaftliches Konzept?“, so Kerle.

Auch um die Liegenschaften kümmert sich nun Schwester Gabriele Konrad. Die Kommissarin hat laut vatikanischem Dekret die Aufgabe, „die Situation der Gemeinschaft zu regeln und die unzulässige Einmischung Dritter zu kontrollieren“. Sie werde laut Pressesprecher zusammen mit dem Orden auch über die Zukunft der Gebäude entscheiden. Es handelt sich immerhin um einen unschätzbaren Bestandteil des kulturellen Erbes im Freistaat Bayern und darüber hinaus - „und natürlich gibt es die Verantwortung, das zu bewahren“.

Was auch immer mit den alten Gebäuden passiert - viele Menschen in der Martgemeinde sind enttäuscht über die Entscheidung des Vatikans: „Wenn wir das Kloster verlieren, verlieren wir unsere Identität“, sagte ein Altomünsterer.

Nikola Obermeier

Auch interessant

Kommentare