Hier leben heute die fünf verbliebenen Ordensfrauen: das ehemaligen Benefiziatenhaus. foto: nec

Schwesternschwund auch in Weichs

Weichs - Nach der Auflösung des Klosters Altomünster wird es im Landkreis Dachau nur noch zwei Kloster geben: Das Kloster Karmel in Dachau, in dem rund 20 Schwestern leben, und das Kloster Weichs - das auch mit Schwesternschwund kämpft.

Das Kloster der Armen Schulschwestern in Weichs hat in den 30er Jahren seine Blütezeit erlebt: 30 Schwestern waren durchschnittlich hier zu Hause. 2003 waren es noch 23, und aktuell leben nur fünf Ordensfrauen in der Glonntalgemeinde. Jetzt, wo der Vatikan das Kloster in Altomünster auflösen wird, machen sich die Weichser Bürger Gedanken: Wie lange wird es ihr Kloster noch geben?

2015 wurde von Papst Franziskus zum Jahr des Ordens ausgerufen. Allerdings gab es auch überraschende Veränderungen in den Strukturen der einzelnen Orden. So beschloss Rom, das Birgittenkloster in Altomünster wegen Schwesternmangels aufzulösen. In Schönbrunn übergaben die Franziskanerinnen ihren gesamten Besitz in die neu gegründete Viktoria-von-Butler-Stiftung (wir berichteten jeweils).

Sollte Altomünster tatsächlich dicht gemacht werden, gibt es nur noch zwei Klöster im Landkreis Dachau: das erst in den 60er Jahren eröffnete Kloster Karmel in Dachau und das Kloster der Armen Schulschwestern in Weichs, das bereits seit 1853 besteht. Die 1985 seliggesprochene Ordensgründerin Schwester Theresia Gerhardinger war selbst öfters in Weichs.

Das Kloster Weichs samt seinen fünf Ordensfrauen ist für viele Bürger aus dem Ort nicht mehr wegzudenken. Auch wenn sich in all den Jahren eine Menge geändert hat. Die große Landwirtschaft ist längst aufgegeben. Das imposante Klostergebäude, in dem die Schwestern wohnten, und in dem die einstige Mittelschule und spätere Mädchenrealschule, aber auch schon die Mädchenvolksschule untergebracht waren, ist seit etlichen Jahren im Besitz der Erzdiözese München und Freising. Die Schwestern selbst sind 2007 in das benachbarte ehemalige Benefiziatenhaus umgezogen, das der der Orden 1966 erworben hatte. Zum Klosterbesitzbesitz gehören weiterhin landwirtschaftliche Flächen und auch Wald. Dennoch machen sich die Weichser große Sorgen. Wie lange wird es das Kloster noch geben?

Für Provinzialoberin Schwester Charlotte Oerthel in München hat das Weichser Kloster durchaus eine Zukunft: „Man hätte doch sonst nicht erst im September dieses Jahres Schwester Gunda Reichhold hierher versetzt und ihr die Leitung des Kindergartens St. Martin übertragen, wenn an eine Schließung des Weichser Klosters gedacht worden wäre.“

In der kleinen Hauskapelle werden derzeit donnerstags die Abendgottesdienste für die gesamte Pfarrei abgehalten. In Weichs herrscht weiterhin ein reges Klosterleben. Es ist und bleibt ein besonderes Aushängeschild der Glonntalgemeinde. Viele hoffen dort, dass dies auch noch lange so bleibt.

(nef)

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