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Landwirte, Politike r, Ehrengäste: Zahlreiche Besucher kamen ins Gasthaus Göttler. 

Kreisbauerntag des BBV Dachau

Schwierige Zeiten, schwierige Themen

Bei den Bauern rumort es. Zum einen ist da der Streit ums Glyphosat, bei dem sich die Bauern mit vereinfachten Vorwürfen konfrontiert sehen, aber es gibt weitere „schwierige Themen“, wie BBV-Bezirkspräsident Anton Kreitmair beim Kreisbauerntag ausführte.

Rumeltshausen – „Es ist keine einfache Zeit für Landwirte“, stellte Bundestagsabgeordnete Katrin Staffler in ihrem Grußwort auf dem Kreisbauerntag des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) im Gasthaus Göttler in Rumeltshausen fest. Sicherlich spielte sie auch auf den Streit um das Glyphosat, auf das BBV-Bezirkspräsident Anton Kreitmair noch zu sprechen kam.

Doch zunächst drückte Kreitmair seine Freude über die zahlreiche Teilnahme am Kreisbauerntag aus. „Ihre zahlreiche Teilnahme zeigt, welche Wertschätzung der Verband genießt“, wie der Bezirksvorsitzende Anton Kreitmair erfreut anmerkte. Die Wahl des Themas – „Populismus auf dem Vormarsch?“ – deutete aber bereits an, dass es trotz aller kundgetaner Wertschätzung bei den Bauern rumort. „Landwirte haben viel mit Populismus zu kämpfen“, wie Landrat Stefan Löwl ausführte. „Sie müssen Sachverhalte einer Öffentlichkeit erklären, die nur begrenzten Einblick hat.“ Dadurch sei man allzu oft mit vereinfachten Vorwürfen konfrontiert, die eine sachdienliche Diskussion unmöglich machen. Jüngstes Beispiel für eine solche Auseinandersetzung sei der Streit um das Glyphosat.

Kreitmair betonte zwar: „Wir können ohne Glyphosat leben.“ Eine solche Entscheidung sei aber nur sinnvoll, wenn sie von ganz Europa umgesetzt werde, da die deutschen Bauern sonst gegenüber den anderen Ländern im Nachteil seien. Deshalb war die Entscheidung von Bundesminister Christian Schmidt zwar „parteitaktisch unklug“, aber „er hat auch Mut bewiesen und eine fachlich begründete Sachentscheidung getroffen“, wie Kreitmair lobte. In seinem Jahresrückblick ging der Bezirksvorsitzende schlaglichtartig auf weitere „schwierige Themen“ ein. So bereiteten Baugenehmigungen, die Ausgleichsflächenregelung wie auch die Umsetzung der Verordnungen zur Windkraft Kopfschmerzen. Er beklagte, dass die Bürokratie eine zunehmende Belastung sei, insbesondere für die kleineren Betriebe und jene, die den Beruf des Landwirts nur als Nebenbeschäftigung ausüben.

Im Anschluss versuchte der renommierte Politikwissenschaftler Heinrich Oberreuter die Zunahme des Populismus in einen breiteren Kontext zu stellen. In einem Schnelldurchlauf riss er sowohl den politischen Populismus in ganz Europa, als auch die Theorien zu dessen Entstehung und Entwicklung an. Das einzige Gegenmittel sei „ein aufgeklärter Diskurs, der Themen und Sachverhalte nicht unterdrückt“, auch wenn sie unangenehm sind. Er appellierte deshalb auch an die Politiker, Entscheidungen „gegen den Mehrheitswillen des Volkes zu treffen“, wenn die Vernunft dies verlange. Kreitmair sah eine Teilschuld für den zunehmenden Populismus bei den Medien: „Es wird nicht einmal der Versuch unternommen, die Arbeit der Abgeordneten den Bürgern zu vermitteln.“ Er bedauere, dass „eine gut funktionierende Landwirtschaft leider keinen Nachrichtenwert“ habe. Für Oberreuter liegt die Lösung des Problems dennoch einzig „in einer ehrlichen und offenen Kommunikation mit den Medien“.

Bei aller Kritik gab es auch Grund zur Freude. Acht neue Landwirtschaftsmeister konnte der Verband heuer ehren, und so sieht man sich auch für die Zukunft gut aufgestellt. Der Stimmkreisabgeordnete Bernhard Seidenath kam deshalb nicht umhin festzuhalten: „So wie die Bayern im Jahr 2017 wollen wir leben. Das ist auch ein Verdienst der Bauern.“ Und Kreitmair fügte abschließend an: „Landwirtschaft hat Zukunft, ihr gehört die Zukunft und gemeinsam sind wir unschlagbar“ – aller schwierigen Zeiten zum Trotz.

Thomas Benedikt

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