Künstlerische Stickereien mitder Nähmaschine

Segel malerisch ausgespannt

Dachau - Der Geburtstag der Dachauer Malerin, Buchillustratorin und Grafikerin Dora Brandenburg-Polster jährt sich am morgigen Sonntag zum 125. Mal.

Dora Polster wurde am 9. August 1884 in Magdeburg geboren. Ihr Vater war Ingenieur und beruflich zu vielen Ortswechseln gezwungen. Ihre Schulzeit verbrachte Dora Polster in Stuttgart, zog aber mit 15 Jahren nach Eisenach, wo sie wegen ihres künstlerischen Talents die großherzogliche Zeichenschule besuchte. 1902 kam sie mit 17 Jahren nach München und war tief beeindruckt. Sie schrieb: „Die Faszination, die die Kunst- und Großstadt auf mich kleine Provinzlerin ausübte, war ungeheuer. Ich war bereit, mich in alle Himmelsrichtungen treiben zu lassen, und spannte meine Segel aus.“

Als eine der ersten Schülerinnen hatte sie Gelegenheit, an der Münchner Debschitz-Schule Malerei, Grafik und Entwurf zu studieren.

Die junge Künstlerin bewegte sich in Schriftstellerkreisen und verkehrte mit Stefan George, Rainer Maria Rilke und Ricarda Huch. Auf einem Faschingsfest lernte sie den Literaten Hans Brandenburg (1885-1968) kennen, den sie 1911 heiratete. Mit ihm bereiste sie Florenz und Rom und unternahm ausgedehnte Studienreisen nach Sylt, Holland und Norwegen. 1919 wurde die einzige Tochter Charlotte geboren.

Dora Brandenburg-Polster arbeitete als Illustratorin für den Langewiesche-Verlag und bebilderte Grimms Märchen und Wilhelm Hauffs „Lichtenstein“ und illustrierte für den Dachauer Einhorn-Verlag unter anderem Karl Stielers „Winteridyll“. In Zusammenarbeit mit ihrem Mann erschien 1913 das Buch „Der moderne Tanz“.

Eines ihrer beeindruckendsten späten Werke ist das Triptychon „Die Vertriebenen“ in Aquarelltechnik, das eine Schar heimatlos gewordener Menschen im Schnee darstellt. Die Malerin Dora Brandenburg-Polster starb am 18. März 1958 in Böbing. (sch)

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