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Alto Fertl ist 82-jährig verstorben. KN

Sein Werk wird bleiben

Unterzeitlbach - Alto Fertl ist tot. Im Alter von 82 Jahren ist der namhafte Künstler am Donnerstag, 27. März, verstorben. Seit Jahren benötigte er wegen einer Lungenerkrankung rund um die Uhr ein Sauerstoffgerät.

Alto Fertl ist tot. Im Alter von 82 Jahren ist der namhafte Künstler am Donnerstag, 27. März, verstorben. Seit Jahren benötigte er wegen einer Lungenerkrankung rund um die Uhr ein Sauerstoffgerät. Der Künstler, der in Unterzeitlbach wohnte, hinterlässt seine Ehefrau Maria, Tochter Petra Fertl und Enkelin Sandra.

Alto Fertl war ein Künstler, der in seinen Bildern, mehr noch in seinen Installationen, mit Kritik nicht hinter dem Berg hielt. Er nahm die Gesellschaft und ihren Umgang mit der Schöpfung in den Fokus und macht in seinen Arbeiten Gewalt, aber auch Verletzlichkeit und Vergänglichkeit erlebbar. Denn er war einer, der schon früh einstecken musste. Am 2. Dezember 1931 in Sixtnitgern geboren, erlebte er eine Kindheit und Jugend voller Entbehrungen.

Diese Jahre haben den Künstler nachhaltig geprägt: Ihm ging es nicht um Besitztum, denn er habe „immer flach gelebt“. So verwundert es auch nicht, dass der Künstler sich zu Lebzeiten von vielen seiner Arbeiten trennte: Er bedachte schon zu Lebzeiten die Sparkasse Fürstenfeldbruck, der Gemeinde Altomünster sowie in Altomünster die Arbeiterwohlfahrt, die evangelische Kirche und das BRK-Altenheim mit Schenkungen und Stiftungen. Aber auch die evangelische Kirche in Puchheim, das katholische Pfarramt in Olching und die Hans-Weinberger-Akademie, eine Fachschule für Altenpflege in München.

Alto Fertl kam vom Handwerk zur Kunst. Er lernte von 1945 bis 1949 Dekorationsmaler. Von 1950 bis 1954 war er beim Gröbenzeller Kunstmaler Rudolf Wöretshofer beschäftigt. Seit 1963 widmete er sich konsequent der Malerei - zunächst in der Tradition der Dachauer Freilichtmalerei. Ab 1970 machte er seine Arbeiten mit Ausstellungsbeteiligungen öffentlich. Von 1971 bis 1984 war er Dozent an der vhs Olching, 1973 initiierte er die Künstlergruppe form-licht-farbe in Olching, 1974 wurde er Mitglied der Künstlergruppe 74. 1982 erhielt er den Kulturpreis der Gemeinde Olching.

Von 1987 bis 1992 war er Mitglied verschiedener Kunstvereinigungen, auch der KVD und der Gruppe D in Dachau sowie Vorsitzender der Künstlervereinigung Fürstenfeldbruck. In dieser Zeit gründete er die Kulturwerkstatt Haus 10 Fürstenfeldbruck, engagierte sich im dortigen Förderverein und der IG Kultur Fürstenfeldbruck. 1989 erhielt er den Kunstpreis des Landkreises.

Anfang der 90er Jahre war Fertl Dozent für Malerei an der vhs Altomünster. Sein Stil hatte sich gewandelt: Mitte der 70er Jahre entdeckte er eine abstrahierte, expressionistische Ausdrucksweise in kräftigen Farben. In seinen Materialbildern verarbeitete er Erden, Sande und organische Materialien, sie entstanden nicht mehr „vor“ der Natur sondern vielmehr „aus der Natur“. Seine Mahnappelle kamen besonders in seinen Installationen zum Ausdruck.

Die Neue Galerie Dachau würdigte das Werk des Künstlers anlässlich seines 70. Geburtstages im Jahr 2001 mit einer Retrospektive. (don)

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