Bei der Arbeit: Fred Zigldrum in seinem Atelier in Hebertshausen, ca. 1975, beim Entwurf eines Brunnens. repro: br

Sensibel und selbstzerstörerisch: Fred Zigldrum

Dachau - Er war einer der bekanntesten Dachauer Künstler im letzten Drittel des vergangenen Jahrhunderts: Fred Arnus Zigldrum. Am heutigen 16. April wäre er 75 Jahre alt geworden - doch er starb leider schon im Alter von 43 Jahren.

Nach einer Lehre als Kunst- und Bauschlosser absolvierte der Hebertshauser ein Studium in Grafik und Design. Zunächst begeisterte er sich für die gegenständliche Malerei, wobei ihm nach eigener Aussage Hans Thoma ein Vorbild war. Unter dem Einfluss des im Hackermoos lebenden „Rote-Reiter-Maler“ Joles Schultheiß-Bickel fand Fred Zigldrum neue künstlerische „Pfade“, die letztlich zu seinem unverkennbaren, individuellen Stil führten.

Schon 1968, mit 27 Jahren, machte er mit der ersten Ausstellung auf sich aufmerksam. Viele weitere Atelierausstellungen und Beteiligungen an öffentlichen Ausstellungen folgten. Auch international beschickte er Ausstellungen, etwa in Mailand, Riccione, Warschau. In Neapel erhielt er für sein Protestbild „Die letzte Wiese“ in einer aus 15 Ländern beschickten Ausstellung eine Goldmedaille.

Fred Zigldrum war sehr vielseitig in seinem Schaffen. Ob Grafik, Zeichnung, Aquarell, Collage, Plastik, Brunnen oder Fotographie, in allen Metiers war er mit Begeisterung tätig. Breiten Raum aber nahm in seinem Wirken die Ölmalerei ein. Motive fand er genug im Dachauer Land, wie schon Generationen von Künstlern vor ihm. Seine teils gegenständlichen oder stark abstrahierten Bilder in meist kräftigen Farben zeigen die heimatliche Landschaft und Natur aus einem ganz individuellen Blickwinkel. Personendarstellungen, religiöse Motive oder gänzlich abstrakte, expressive Bilder finden sich ebenso in seinem umfangreichen Schaffen.

Fred Zigldrum war ein sehr sensibler Mensch und alles andere als ein „Geschäftsmann“. Er führte jedoch keineswegs ein so genanntes „gesundes Leben“. Oft malte er in seinem Atelier (zuerst in Hebertshausen neben dem Landgasthof Herzog, später in der Dachauer Kleinen Moosschwaige) ganze Nächte durch und schlief tagsüber, die Suppe aß er kalt, Bier ließ er sich anwärmen, sein Leben glich oft einer Selbstzerstörung.

Als schwerer Diabetiker wurde er mit Unterzucker ins Krankenhaus eingeliefert. Am 14. Mai 1984 starb er im Alter von nur 43 Jahren. Sein Grab in Hebertshausen schmückt eine von ihm gestaltete Christusplastik.

(br)

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