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Manfred Tobschall (49) leistet seit 30 Jahren               Erste Hilfe.      Foto: lamm

Serie: Helfer in der Not       Bis an die Grenzen

Petershausen - In einer neuen Serie stellen die Dachauer Nachrichten Menschen aus dem Landkreis vor, die regelmäßig für andere im Einsatz sind. Heute: Manfred Tobschall vom BRK in Petershausen.

Serie: Helfer in der Not

Teil zwei: Szenen, die man nie vergisst

Manchmal liegt Manfred Tobschall abends im Bett und weiß nicht, wie er einschlafen soll. Er ist ein alter Hase beim BRK, hat schon bei unzähligen Notfällen Erste Hilfe geleistet. Aber manchmal gibt es einfach Einsätze, gegen die ist er auch nach 30 Jahren Sanitäterdienst nicht gewappnet. Einmal kam er als Ersthelfer zu einem Autounfall. Am Steuer in dem total zerstörten Wagen hatte ein Bekannter von ihm gesessen – Manfred Tobschall konnte nichts mehr für ihn tun. „In solchen Momenten funktioniert man einfach“, sagt er. „Wie sehr man dabei an seine eigenen Grenzen kommt, merkt man erst viel später.“

Manfred Tobschall ist seit 30 Jahren beim Roten Kreuz, seit 17 Jahren einer der Helfer vor Ort in Petershausen. Der 49-Jährige hat für sich seinen Weg gefunden, derartig grausame Erlebnisse zu verarbeiten: „Ich habe eine Familie, die gut zuhören kann. Sie ist mein Kraftzentrum.“

Die Motivation, Menschen zu helfen, hat er in all den Jahren nie verloren. „Man sieht nicht bei jedem Einsatz Blut“, betont er. „Manchmal sind auch nur einige beruhigende Worte gefragt, bis der Notarzt eintrifft.“

Über seine Sanitäter-Leidenschaft hat Manfred Tobschall zu seinem Beruf als Fachkrankenpfleger für Anästhesie und Intensivpflege gefunden. Die Begeisterung für seine ehrenamtliche Tätigkeit als Ersthelfer hat er aber auch im privaten Bereich weitergegeben: Sein Sohn ist inzwischen bei der Feuerwehr aktiv, will genau wie der Vater in Notsituationen helfen und dabei vielleicht sogar Menschenleben retten.

Die Helfer vor Ort in Petershausen sind mehr als 200 Mal im Jahr die ersten, die an einem Unfallort eintreffen. „Wir sind inzwischen eine eingespielte Truppe“, berichtet Tobschall. „Oft sitzen wir auch mal abends zusammen und tauschen unsere Gedanken aus.“ Es gab auch andere Zeiten. Vor anderthalb Jahren drohte der Helfer-vor-Ort-Gruppe das Aus, weil in Petershausen nur noch zwei BRKler aktiv waren – einer davon war Manfred Tobschall. Inzwischen arbeitet er wieder mit sieben anderen Ersthelfern in einem Team. Ans Aufhören hat er noch keinen Gedanken verschwendet. „Solange ich den Erste-Hilfe-Koffer noch tragen kann, bleibe ich dabei.“ (kwo)

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