Gabenbereitung am Volksaltar der Klosterkirche (von links): Erzbischof Reinhard Marx, Pfarrer Stefan Hauptmann und Pfarrer Xaver Gröppmaier. Foto: Franz Lamm

"Sie haben unsere Herzen zum Brennen gebracht"

Indersdorf - Erzbischof Reinhard Marx begeistert in Indersdorf die Gläubigen.

„Sie haben unsere Herzen zum Brennen gebracht“, mit diesen Worten bedankte sich Pfarrer Stefan Hauptmann bei Erzbischof Dr. Reinhard Marx. Damit sprach er den Gottesdienstbesuchern aus der Seele.

Der Erzbischof feierte am Sonntag zusammen mit zahlreichen Gläubigen in der Indersdorfer Klosterkirche den Abschluss der Franz-von-Sales- Novene. Angeführt von 26 Ministranten aus dem gesamten Pfarrverband zog der Bischof in die Klosterkirche ein.

Mit seiner Predigt begeisterte Marx, der sich sehr zeit- und bürgernah zeigte, nach dem Evangelium die Gottesdienstbesucher. Basierend auf einer kritischen Betrachtung des gesellschaftlichen Wandels sowie der Veränderung der Werte stellte er die Verbindung zwischen Kirche und Glauben zu den aktuellen Themen her.

Von Gottesdienstbesuchern war im Anschluss zu erfahren, dass für sie die erzbischöfliche Perspektive der christlichen Zukunft besonders wichtig war, die Reinhard Marx in anschaulicher Weise aufzeigte. Auch Themen wie Wirtschaftskrise, Globalisierung, Politik und kompromissloses Gewinnstreben sparte der Erzbischof nicht aus.

Zu Beginn seiner Predigt fiel der Fokus auf die Bilanzen und Neujahresempfänge, die am Jahresanfang allerorts im Mittelpunkt stehen. „Dabei fällt der Blick oftmals sehr stark auf erzielte Gewinne und Produktionszahlen“, kritisierte der Erzbischof. Vielerorts sei man mit einer „in Zahlen vernarrten Gesellschaft“ konfrontiert.

Diese „Produktionszahlen“ würden auch von der Kirche erwartet. „Hatten wir mehr Taufen?“ oder „Kommen mehr Gottesdienstbesucher?“ seinen oft aufgeworfene Themen. „Alles muss messbar sein, aber das ist nicht die Aufgabe der Kirche!“, betonte Reinhard Marx. Den Gläubigen sei nur wichtig, dass sie ohne Jesus nicht leben wollten.

Reinhard Marx rief die gläubigen Christen auf, Hoffnung zu verbreiten. „Sagen Sie es im Wirtshaus, dass wir Gläubigen nicht auf alles eine Antwort haben. Aber wir haben sehr wohl eine Antwort auf die Frage, ob mein Leben einen Sinn und Hoffnung hat“.

Nicht der Wettbewerb, der den anderen als Konkurrenten sieht, sei der richtige Weg. „Das ist nicht unsere Welt! Unser Glaube würde verrinnen, wenn wir nicht miteinander leben. Wir brauchen einander, die Begabungen eines jeden Einzelnen“, führte Reinhard Marx zum christlichen Zusammenleben aus.

In Richtung Parteien und Politik forderte Erzbischof Reinhard Marx die Verantwortlichen auf, nachhaltiger und „nicht nur bis zur nächsten Wahl“ zu denken. Er habe oftmals den Eindruck, die Zeichen der Zeit würden einfach nur übernommen. (fz)

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