Auf den Ernstfall vorbereitet haben sich (von rechts) Florian, Sascha und deren Mitschüler. Erich Ficklscherer (links) vom BRK erklärte den Jugendlichen die lebensrettenden Maßnahmen. Foto: kwo

Sieben Minuten, die Leben retten können

Dachau - Erich Ficklscherer vom Bayerischen Roten Kreuz hat den Dachauer Berufsschülern einige Erste-Hilfe-Maßnahmen beigebracht - Maßnahmen, die im Ernstfall Leben retten könnten.

Erich Ficklscherer ist sehr zufrieden mit dem 17-jährigen Sascha. Sieben Minuten lang hat der Schüler versucht, die BRK-Übungspuppe per Herzdruckmassage zu reanimieren. Nur sechs Kompressionen waren etwas zu fest, der Kontrollmonitor hat keine Rippenbrüche angezeigt. Nach dieser Übung könnte Sascha als Ersthelfer bei einem Unfall vielleicht sogar ein Menschenleben retten, ist Ficklscherer überzeugt.

Neben Sascha hat der BRK-Ausbilder gestern Vormittag rund zehn weiteren Schülern die wichtigsten Erste-Hilfe-Maßnahmen erklärt. Die Jugendlichen lernten, wie man einen Druckverband anlegt, wie ein Bewusstloser richtig beatmet wird und wie Schwerverletzte in die stabile Seitenlage gelegt werden.

Organisiert hat die Schulung Christina Leike, die Jugendliche ohne Ausbildungplatz im Bereich Gesundheitserziehung unterrichtet. Im vergangenen Schuljahr hat sie das BRK zum ersten Mal in den Unterricht geholt. „Die Schüler waren richtig begeistert von dem Erste-Hilfe-Kurs“, berichtet sie. „Alle sind voll dabei.“ Nach einem kleinen Abschlusstest erhalten die Jugendlichen ein Zertifikat und können sich die Schulung für den Führerschein anrechnen lassen.

Für die beiden 17-Jährigen Sascha und Florian kommt der Kurs damit gerade zur rechten Zeit. Sie wollen bald ihren Führerschein machen und hätten spätestens dafür alle Erste-Hilfe-Maßnahmen erlernen müssen. Der Kurs in der Berufsschule hat nicht nur den Vorteil, dass er für sie kostenlos ist. Die Schüler haben auch viel mehr Zeit, die richtigen Handgriffe zu proben. In den offiziellen BRK-Kursen bleibe weit weniger Zeit für jeden Teilnehmer, berichtet Ficklscherer.

Jeder der Jugendlichen muss unter seiner Aufsicht genau sieben Minuten lang die Wiederbelebungsmaßnahmen an der Puppe durchführen. Ficklscherer bespricht anschließend mit den Schülern, was richtig und falsch war, überprüft Rhythmus und Intensivität der Herzmassage und sieht auf seinem Monitor auch, ob bei einem echten Menschen durch den Druck Rippen gebrochen wären.

Auch mit Florian ist der BRK-Ausbilder zufrieden. „83 Prozent der Kompressionen waren korrekt ausgeführt“, lobt er. Florian ist überrascht, wie anstrengend es ist, den Rhythmus sieben Minuten lang durchzuhalten – eine Zeit, die Ficklscherer auch im Ernstfall für realistisch hält. „Es dauert fünf bis zehn Minuten, bis die ersten Rettungskräfte eintreffen.“

Nicht nur die Lehrerin, sondern auch Erich Ficklscherer ist begeistert von dem Interesse, mit dem die Schüler die lebensrettenden Maßnahmen erlernen. Sascha, Florian und die anderen Schüler sind am Ende des Vormittags überzeugt, dass sie richtig viel gelernt haben. „Ich fühle mich sicherer durch den Kurs“, sagt Sascha. Er ist überzeugt, dass er in Notsituationen nun auf jeden Fall versuchen könnte, Verletzten zu helfen.

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