Sieben Monate Bauzeit überbrücken - im Expressbus

Dachau - Jahrelang hat der halbe Landkreis darauf gewartet: auf den Ausbau der Linie A. Nun sind alle Hindernisse beseitigt, der Plan steht pünktlich zum 100. Geburtstag der Lokalbahn. Auf die Anwohner kommen sieben Monate Bauarbeiten zu - und eine echte S-Bahnstrecke ab Dezember 2014.

Es hat jede Menge Kopfzerbrechen bereitet, viel Geduld benötigt und schließlich einen kleinen Protestmarsch der Lokalpolitiker: Die Ausarbeitung des Plans zum Ausbau der Linie A hat sich über Jahre hingezogen. Doch nun, endlich, steht er fest und soll durchgezogen werden. „Auf unserer S-Bahn-Agenda steht der Fahrplanwechsel Dezember 2014 als Fixtermin“, sagt jedenfalls der Geschäftsleiter der S-Bahn München, Bernhard Weisser, im Interview.

Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg. Zunächst hatten die Verantwortlichen überlegt, die Bauarbeiten nur in den Ferien vorzunehmen - doch dann hätte der Ausbau wesentlich länger gedauert. Also haben sie sich dazu entschieden, den Ausbau in einem Zug durchzuziehen. Die Umbauarbeiten sollen am 28. April 2014 beginnen und zum 16. November 2014 fertig sein. Die Bahnsteige müssen erhöht werden, es kommen „neue“, also überholte Triebzüge aus Stuttgart, und es müssen zwei neue Begegnungsbahnhöfe entstehen: Erdweg und Schwabhausen. Das alles dauert seine Zeit.

Wie die Fahrgäste in diesen sieben Monaten durch den westlichen Landkreis kommen? Mit Bussen. Das Zuckerl: Von Dachau nach Altomünster sollen sogar Expressbusse eingesetzt werden. Und so heißt es eben durchhalten. Damit im Dezember 2014 eine moderne S-Bahn von Dachau nach Altomünster fahren kann. Und zwar strombetrieben. Dieser „Streckenast“ der Linie S 2 soll nur 34 Minuten von Altomünster nach Dachau brauchen, und dazu einen dichteren Takt haben, einen 30-Minutentakt in der Hauptverkehrzeit.

Einen Wehrmutstropfen gibt es natürlich: Die schnellen Züge, die derzeit von Dachau bis zum Hauptbahnhof durchrauschen, werden für immer vom Fahrplan verschwinden - denn wenn der neue Streckenast in der Münchner S-Bahn vollintegriert ist, muss eben auch an jeder S-Bahn-Haltestelle angehalten werden.

Nina Praun

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