Abriss und Neubau: So stellt sich Wolfgang Moll den städtischen Busbahnhof an einem neuen S-Bahnhof (rechts) vor. Hinter dem linken Gebäudeschenkel soll dann der zweite Busbahnhofsteil für die Regionalbusse sein. grafik: Wolfgang MOll

Soll der Bahnhof neu gebaut werden?

Dachau - Das Gelände rund um den Dachauer Bahnhof soll neu geplant werden. Nun ist die Frage: mit einem Neubau des Bahnhofs - oder nicht?

Soll das vorhandene Dachauer Bahnhofsgebäude bei einer kompletten Neugestaltung des Bereichs westlich der Bahnstrecke erhalten bleiben oder einem modernen behinderten- und bedarfsgerechten Neubau weichen? Diese Frage war auch bei der jüngsten Sitzung des Umwelt- und Verkehrsausschusses des Dachauer Stadtrats Thema.

Ausgesprochen überrascht hatte sich Stadtrat und Tourismusreferent Wolfgang Moll (parteilos) gezeigt, dass derselbe Ausschuss in der vorhergehenden Sitzung bei den Kriterien für einen Planungs-Wettbewerb auf dem Erhalt des Bahnhofsgebäudes bestanden hat. Doch: „Wir haben kein eindeutiges Signal von der Bahn, ob das Bahnhofsgebäude stehen bleiben muss“, sagte in der jüngsten Sitzung Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD). Deshalb habe sich die Stadt entschlossen, die Planung mit Gebäude-Erhalt zu starten, „denn wir wollten jetzt einfach mal anfangen.“

„Ein größerer Umgriff wäre vernünftig“, pflichtete auch Bauamtsleiter Michael Simon dem Antrag von Wolfgang Moll zu. Er will Wettbewerbsvarianten zuzulassen, die einen Abriss des bestehenden Bahnhofs und Neubau vorsieht. In seiner Antragsbegründung hatte Moll geschrieben, die gegenwärtig zu geringe Bautiefe des Bahnhofsgebäudes verhindere eine anderweitige, stimmige Nutzung etwa in Bereichen von Erwachsenenbildung, Musikschule oder Seminarzentrum und Dienstleistern aus dem sozialen Bereich. Da jedoch der Dachauer Bahnhof werktäglich von mehr als 20 000 Passanten und Fahrgästen frequentiert werde, biete sich an dieser Stelle die einmalige Chance einer städtebaulich nachhaltigen Entwicklung für den Bahnhof und das gesamte Umfeld. Deshalb sollten der Wettbewerb wie auch die Bürgerbeteiligung für Varianten geöffnet werden, die einen Abriss des Altbaus und den Neubau des Bahnhofs zulassen. Denn noch stehe das gegenwärtige Bahnhofsgebäude (noch) nicht unter Denkmalschutz.

Überlegungen bei der Stadt sehen vor, das derzeitige Areal des Busbahnhofs zukünftig nur für etwa zehn Stellplätze städtischer Busse und Sammeltaxis vorzusehen. Die Regionalbuslinien und der motorisierte Individualverkehr (Taxis, Kiss and Ride sowie Kurzparkzonen für Abholer) würden dann in den nördlich davon gelegenen Bereich zwischen Bahnstrecke und Frühlingsstraße verschoben. Dazwischen soll ein weiterer Gebäudeschenkel entstehen. Insgesamt sind großflächiger Einzelhandel, etwa mit einem verlagerten Tengelmann sowie attraktive Filialkonzepte angedacht.

Konkrete Ideen sollen der Wettbewerb mit Kosten von rund 150 000 Euro sowie die Bürgerbeteiligung erbringen. Warum sich am Wettbewerb nur 20 Planungsbüros oder Arbeitsgemeinschaften beteiligen dürfen, wollte Bernhard Sturm (Bündnis für Dachau) wissen. So solle eine nicht zu bewältigende Flut an Vorschlägen kanalisiert werden, meinte Simon.

(rds)

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