Die Überraschung: Sonjas Schloss für ihren Sepp.

Sonja und Sepp sind zu allem entschlossen

Dachau - Am Karlsfelder See hängen an einer Brücke zahlreiche „Liebesschlösser“ - Symbole unendlicher Liebe, aufgehängt von Paaren, die sich so verewigt haben. Auch Sonja Sedlaczek und Josef Schleipfer aus Dachau haben sich im vergangenen Sommer auf diese Art ewige Liebe geschworen.

Eigentlich ist Sepp der Romantiker in der Beziehung. Aber das Schloss war Sonjas Idee. „Er hat mir so viel Romantik gar nicht zugetraut“, lacht die 29-jährige Studentin. Sie hatte die Schlösser an der „Liebesbrücke“ schon öfter gesehen und wollte sich bei ihrem Freund dafür revanchieren, dass sie während der Prüfungsphase öfter mal zickig war. Also lud sie ihn an einem warmen Sommerabend zu einem Picknick am Karlsfelder See ein - und überraschte ihn mit der „süßen Aktion“, so Sepp. „Komm’ mal mit, ich habe eine Überraschung für Dich“, erinnern sich die beiden an die Worte, mit denen Sonja Sepp an die Brücke gelockt hat. Sie hatte ein goldenes Umhängeschloss in Herzform besorgt und ihre beiden Namen und das Datum, an dem sie zusammengekommen sind, eingravieren lassen. Den Schlüssel warfen sie aber nicht ins Wasser - sie wussten nichts über diesen Brauch. „Vielleicht sollten wir das noch nachholen.“ Bis dahin baumelt der Schlüssel weiterhin an Sepps Schlüsselbund.

Kennengelernt hat Sonja den 34-jährigen Projektlogistiker über eine Singlebörse im Internet. „Er hat mich immer wieder angeschrieben“, verdreht sie die Augen und lacht. „So oft auch wieder nicht!“, beteuert Sepp. „Er hat jedenfalls nicht locker gelassen.“ Er war gleich der Erste gewesen, den sie so kennenlernte. Und als sie sich dann trafen und zusammen aufs Volksfest gingen, hat es sofort gefunkt. Alles ging ganz schnell, beim zweiten Treffen küssten sie sich zum ersten Mal - ganz romantisch unterm Feuerwerk. Ein halbes Jahr später zogen sie bereits zusammen. Mittlerweile sind sie seit fast drei Jahren ein Paar.

Dieses Jahr wollen sie dann den nächsten Schritt in ihrer Beziehung wagen und heiraten. Denn kurze Zeit nach Sonjas Überraschung am See kam Sepps „Gegenoffensive“. Im September, beim gemeinsamen Ibiza-Urlaub, machte der Romantiker Sonja beim Sonnenuntergang am Strand den Antrag. „Für den bekommst du eine Eins mit Stern“, lobt Sonja ihn heute noch. Sie hatten sich „Cocktails to go“ organisiert, und als dann „die Sonne das Meer geküsst hat“, sagte Sepp: „So Schatz, jetzt ist es so weit, steh auf!“ Dann hat er sich hingekniet und sie gefragt, ob sie seine Frau werden will. „Die anderen Leute haben schon gejubelt und geklatscht, und ich habe ,Ja!’ geschrien und geweint“, erinnert sich Sonja. „Das war schon überwältigend. Ein krasser Moment.“ Diesen September wollen sie dann die Tradition rund um Strand und See fortführen und ihre Hochzeit an der Almhütte am Karlsfelder See feiern - dort, wo auch das Symbol ihrer Liebe an einer Brücke hängt. Vielleicht ist das ja ein guter Anlass, endlich den Schlüssel zu versenken.

Eva Lang

Liebesschlösser: An der Ponte Vecchio in Florenz fing alles an

Erzählungen zufolge stammt er aus Florenz, wo Studenten zur Feier ihres Abschlusses die Schlösser ihrer Spinde an der Brücke Ponte Vecchio befestigten. Dies wurde wohl von Verliebten in Rom übernommen. Danach verbreitete sich der Brauch in Rom, Serbien und Ungarn, bis er schließlich in Deutschland ankam. Heute ist das Ritual weltweit bekannt - zum Beispiel auch am Karlsfelder See. Vielerorts, wie in Köln, ist es sogar zu einem regelrechten Touristenmagneten geworden.

Aber nicht alle Städte sind erfreut über die Liebesbekundungen. Es wird befürchtet, dass die Schlösser die Rostschutzlackierung der Brücken angreifen oder durch ihr hohes Gewicht Geländer zum Einsturz bringen könnten. Zudem könnten sich Fußgänger an den Schlössern verletzen. Auch, ob die Schlüssel am Grund der Flüsse Schaden anrichten könnten und der Gewässerschutz einspringen müsste, steht zur Debatte.

Maßnahmen ergreifen jedoch die wenigsten Städte. Aber ausgerechnet in Paris, der Stadt der Liebe, wurden im vergangenen Jahr fast eine Million Schlösser von der Fußgängerbrücke Pont des Arts entfernt. Diese hatten ein Gesamtgewicht von 45 Tonnen erreicht und waren der Stadtverwaltung ein Dorn im Auge. Auch rechtlich können die Liebenden belangt werden. Das Anbringen von Schlössern an Brücken ist beispielsweise in Berlin verboten, es droht ein Bußgeld von 35 Euro. Überraschenderweise wenig romantisch ist die Stadtverwaltung von Venedig, dort werden Strafen von bis zu 3000 Euro verhängt, wenn Liebende sich so verewigen.

Aber keine Angst, am Karlsfelder See besteht keine Gefahr für Liebende wie Sonja und Sepp in unserer Geschichte. Dort wird nicht gegen Paare vorgegangen, die sich verewigen wollen. Auch Bürgermeister Stefan Kolbe sagt: „Ich habe da kein Problem damit.“

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