Geistliche Musik, allerdings nicht aus der Romanik, intonierten Chorsänger aus dem Landkreis unter der Leitung von Manfred Burghardt. Links hinten Dr. Norbert Göttler. Foto: sch

Später Klang zu früher Architektur

Petersberg - Dem „Klang der Romanik“ nachzuspüren, dazu hat Kreisheimatpfleger Dr. Norbert Göttler mit dem Treffpunkt Kultur Hohenkammer e.V. in die 900 Jahre alte Basilika auf dem Petersberg eingeladen.

Organisiert hat das Konzert wieder Lydia Thiel. Norbert Göttler trug Texte vor; der aus Sängern aus dem Landkreis gebildete Chor und das Instrumentalensemble standen unter der Leitung von Manfred Burghardt, der sonst den Liederhort Fidelitas Hohenkammer leitet. Die Veranstaltung war eine Wiederholung des Auftakts zum Poetischen Herbst in der kleinen gotischen Wallfahrtskirche St. Ulrich in Mühldorf bei Petershausen.

Göttler hatte seine Texte ein wenig modifiziert und im ersten Teil auf die Architektur der Basilika abgestimmt. Ihm lag nicht an wissenschaftlichen Ausführungen sondern an Stimmungsmalerei. Mit der Musik wurde ebenso verfahren. In der Romanik geab es allenfalls einstimmige Gregorianische Choräle nicht gemischte mehrstimmige Chormusik, die sich erst viel später entwickelte. Der Chor und das Instrumentalensemble mit Blockflöten, Drehleier und Geige, führten Werke aus dem 15./16. Jahrhundert auf, ja sogar vertonte Psalmen und Motetten von Hugo Distler, dem Erneuerer der evangelischen Kirchenmusik im 20. Jahrhundert, die zwar eine schöne Stimmung zauberten.

Wie schon in St. Ulrich gab Göttler einen sehr allgemeinen Einblick ins Weltbild, in Religion und Mystik des hohen Mittelalters: Exorzismus, Wallfahrt, Totentanz. Seine Betrachtungen unterlegte er mit eigenen meditativen Texten. Eine Ahnung, wie sehr der mittelalterliche Mensch in der gottgegebenen Natur gefangen war, vermittelte das Wessobrunner Gebet. (sch)

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