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Unfall auf A8

Rücksichtslos durch die Mitte

Ein sogenannter Spurwechsler hat am Dienstagabend auf der A 8 bei Sulzemoos einen schadensträchtigen Unfall verursacht. Die Polizei und vermutet, dass der Raser gar nicht mitbekam, was er angerichtet hat.

Sulzemoos - 

Erst fünf Wochen war ihr Fahrzeug alt, mit dem ein 62-jähriger Fürstenfeldbrucker und seine Frau am Dienstagabend gegen 21.40 Uhr auf der A 8 in Richtung München unterwegs waren. Mittlerweile ist der Mercedes nur noch Schrott – genau wie der Mazda eines 20-jährigen Soldaten. Schuld an dem Blechschaden, der allein beim Mercedes auf rund 30 000 Euro geschätzt wird, hat ein sogenannter Spurwechsler. Laut Verkehrspolizei war dieser an der Anschlussstelle Sulzemoos auf die Autobahn aufgefahren und direkt von der rechten auf die mittlere Spur gewechselt.

Das Problem: Dies tat der – bislang unbekannte – Autofahrer ohne zu blinken. Der Mazda-Fahrer, der ebenfalls auf der mittleren Spur unterwegs war, wollte einen Zusammenstoß mit dem Spurwechsler verhindern und scherte auf die linke Überholspur. Dort allerdings war der Mercedes unterwegs – der daraufhin trotz Vollbremsung ins Heck des Mazda krachte. Die Wucht des Aufpralls war so groß, dass der Mazda regelrecht abhob: Nach einem Überschlag landete das Fahrzeug im angrenzenden Grünstreifen.

Wie durch ein Wunder wurden der aus dem Raum Augsburg stammende Mazda-Fahrer ebenso wie das Fürstenfeldbrucker Ehepaar nur leicht verletzt. Vom Spurwechsler jedoch, der laut Polizei eindeutig der Verursacher des Unglücks war, fehlt bislang jede Spur. Während der Bergung der Fahrzeuge und der damit verbundenen teilweisen Sperrung der Autobahn kam es bis zirka 23.15 Uhr zu einem kleinen Rückstau.

Die Verkehrspolizei Fürstenfeldbruck bittet nun um Hinweise zum Unfallhergang und vor allem zum Unfallverursacher. Gegen diesen wird laut Polizei nun wegen fahrlässiger Körperverletzung und unerlaubten Entfernens vom Unfallort ermittelt. Wobei: „Möglich ist auch, dass der Verursacher überhaupt nicht mitbekommen hat, was hinter ihm passiert ist. Schließlich war er selbst ja in keinen Aufprall verwickelt“, so Polizeisprecher Volker Rasp.

Rasp zufolge sei die Zahl an Unfallfluchten – egal ob es sich dabei um einen Parkplatzrempler handelt oder wie in diesem Fall um einen Autobahnrüpel – in der Region seit Jahren konstant hoch. Als Verkehrsteilnehmer könne man sich gegen diesen Trend im Prinzip nur durch erhöhte Aufmerksamkeit schützen. Klar, gerade auf der Autobahn gehe es manchmal schnell, dem Einzelnen bleibe wenig Zeit zu reagieren. Wenn jedoch der Mazda-Fahrer auf der mittleren Fahrspur auch die linke Spur im Blick gehabt und den herannahenden Mercedes gesehen hätte und der Mercedes-Fahrer seinerseits den von rechts einscherenden Spurwechsel im Augenwinkel bemerkt hätte, dann, so Rasp, hätte der Zusammenstoß vielleicht verhindert werden können.

Der Polizist möchte den rücksichtslosen jedoch keinesfalls aus seiner Verantwortung entlassen. Im Gegenteil: Wer Hinweise auf dessen Identität hat, meldet diese unter Telefon 0 89/ 89 11 80 an die Polizei.

zip

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