Stier wird auf der Flucht erschossen

Fürstenfeldbruck/Erdweg - Am Brucker Schlachthof ist am Montagfrüh ein Angus-Stier ausgebüxt. Die Polizei musste das Tier erschießen. Der 750 Kilo schwere Stier gehörte Rudi Bichler aus Altstetten bei Erdweg.

„Meine Frau und ich haben das Angus-Rind zum Schlachthof gebracht“, erzählt der Landwirt. Als der Stier schon ausgeladen war, hat er sich erschrocken. „In diesem Fall war der Stier etwas schlauer als wir“, sagt Schlachthofchef Max Keil. Das Tier entkam, als es in den Schlachthof gebracht werden sollte: Irgendwie schaffte er es, zwischen Viehwagen und den Seitenwänden hindurch zu schlüpfen. Weil es am Hof des Schlachthofs eisglatt war, war es für die Mitarbeiter unmöglich, dem Stier, der als Weidetier die große Freiheit gewohnt ist, schnell zu folgen, sagt Max Keil. Wegen des Schneefalls seien ohnehin alle Tiere nervöser als sonst gewesen. „Der Stier lief direkt auf mich zu“, sagt Rudi Bichler. „Dann ist das Tier Richtung Innenstadt gerannt.“

Der Stier lief auf die Straße und über den Kreisverkehr am Gasthof Hasenheide weiter in Richtung Pucher Meer. „Ich bin meinem Stier fast eine ganze Stunde nachgerannt“, so Bichler. „Gut, dass er wieder aus der Stadt gelaufen ist, sonst hätte weitaus mehr passieren können. Ich habe sofort die Polizei angerufen.“

Da das Tier aggressiv war - Angus-Rinder gelten prinzipiell als durchaus gefährlich - entschloss sich die Polizei, es zu erschießen. Für solche Zwecke hat jede Polizeiinspektion ein großkalibriges Spezialgewehr. Wenige hundert Meter vom Schlachthof entfernt endete die Flucht. In den gewerblichen Handel darf das Tier nun nicht mehr kommen, da EU-Richtlinien dagegen sprechen, wie Max Keil erklärt.

Im Schlachthof sind etwa die Abfolgen genau geregelt. Ein Stier wird erst betäubt; der Tod folgt durch das Entbluten - das war bei dem geflüchteten Angus bekanntlich anders. Max Keil erklärt: „Der Stier wollte den EU-Weg nicht gehen.“

st/cc

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