Streit der Sonnenhang-Nachbarn eskaliert

Jetzendorf - Ein Nachbarschaftsstreit am Sonnenhang in Priel ist bei der Bürgerversammlung im Ottilinger-Saal in Jetzendorf eskaliert. Die streitenden Parteien haben sich lautstark ausgetauscht.

Bürgermeister Richard Schnell ahnte wohl schon im Vorfeld, dass es Zoff geben wird, denn noch bevor es zu den Wortmeldungen kam, hatte Schnell schon zu verstehen gegeben, dass bei Nachbarschaftskonflikten immer öfter die Gemeinde herhalten sollte, er dies aber ablehne, „weil es meist nur um reines Privatrecht geht“, so der Bürgermeister.

Auch im Streit zwischen den Nachbarn am Sonnenhang sieht sich der Bürgermeister nicht zuständig, wenngleich Anton Hirschau da ganz anderer Ansicht ist. Hirschau hat Bürgermeister Schnell bereits schriftlich wissen lassen, dass er die seiner Meinung nach bestehende Lärmbelästigung und Luftverschmutzung durch Nachbarn nicht mehr hinnehmen wolle. In der Versammlung hat Hirschau auch über Mofarennen am Sonnenhang und ausgehebelte Gullydeckel geklagt und Schnell vorgeworfen, über all diese Straftatbestände den Mantel des Schweigens zu decken. „Ich lasse mir nicht ständig sagen, was ich zu tun habe“, konterte der Bürgermeister und zeigte den 110 anwesenden Bürgern auf, dass er Hirschaus Klagen ernst nehme und wegen dessen angeprangerten Verfehlungen das Landratsamt eingeschaltet habe.

Hirschau hatte nämlich das Verkehrssicherungsunternehmen MVPT beschuldigt, für Lärm und Luftverschmutzung zu sorgen und obendrein gegen das Gewerberecht zu verstoßen. „Ich wünsche mir und Ihnen, dass seitens der Behörde baldmöglichst eine rechtlich haltbare Entscheidung getroffen wird, damit endlich wieder Frieden am Sonnenhang einkehren wird“, hatte der Bürgermeister wenige Tage vor der Bürgerversammlung an Hirschau geschrieben.

Dessen Anschuldigungen will Cornelia Schrader, als Verantwortliche des MVPT natürlich nicht hinnehmen. „Andere Anwohner haben mit uns kein Problem“, sagte Schrader auf der Bürgerversammlung und drohte Hirschau, den Spieß umzudrehen, wenn sie weiter von ihm beobachtet und fotografiert werde.

Gegen das Fotografieren seiner Kinder verwehrte sich auch Paul Lang. Er warf Hirschau vor, seinen Sohn des Mofarennens zu beschuldigen, obwohl der gar kein Mofa besitzt. Auch Lang drohte Hirschau mit rechtlichen Konsequenzen, wenn er nicht aufhöre seine Kinder zu fotografieren. Erna Vogel, die Hirschaus Aussagen hinsichtlich Lärm und Unruhe ab vier Uhr früh bekräftigte, wurde dagegen von Lang als Mitläuferin und Spion des Herrn Hirschau tituliert.

In den Streit mischten sich schließlich auch Bürger ein, die gar nicht am Sonnenhang wohnen, so dass auch Zwischenrufe wie „Halt endlich Dein Maul“ nicht ausblieben. Schnell würgte den Privatstreit mit einem Themawechsel schließlich ab und legte es Hirschau offen, gegen ihn Dienstaufsichtsbeschwerde zu erheben. „Dann werde ich suspendiert und sitze daheim und habe Zeit zu schauen, was die Nachbarn machen“, so Schnell etwas ironisch, nachdem ihm zuvor Hirschau vorgeworfen hatte: „Sie mögen zwar ein guter Schullehrer sein, aber alles verstehen Sie auch nicht“. (ost)

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