ASV-Torjägerin im Anflug: Simone Hofmann war mit sechs Treffern erfolgreichste Dachauerin gegen Erlangen. Foto: dan

Talfahrt nimmt immer rasantere Formen an

Dachau - Im ersten Rückrundenspiel mussten sich die Bayernliga-Handballfrauen des ASV Dachau dem Spitzenreiter HC Erlangen überraschend deutlich mit 15:29 (5:14) geschlagen geben.

Es war die sechste Niederlage der Stadtwald-Damen in Folge, und nicht nur in den Augen von Trainerin Marion Peccolo die deprimierendste. Das Hauptmanko, das sich seit Saisonbeginn wie ein roter Faden durch das Spiel des ASV Dachau zieht, ist die unglaublich schwache Wurfausbeute bei einer Vielzahl an guten Möglichkeiten. Hinzu kommt die unerklärliche Nervosität, die selbst die erfahrenen Spielerinnen befällt, jede kontinuierliche Arbeit behindert, und die Fehlerquote im technischen Bereich in nie gekannte Höhen treibt.

Nutznießer war im jüngsten Fall der Tabellenführer HC Erlangen. Selbstbewusst, deckungsstark und torgefährlich agierten die von der ehemaligen Dachauerin Angelika Elfinger geführten Gäste. Und sie war es auch, die dem HC Erlangen mit ihrer Wurfkraft die erfolgversprechende Richtung vorgab. Während der Spitzenreiter sein Spiel gekonnt aufzog und sich nach und nach eine deutliche Führung erspielte, wollte beim ASV Dachau rein gar nichts klappen. Beste Tormöglichkeiten endeten in der kompromisslosen Deckung der Erlangerinnen, am Torgebälk, oder in den Armen der stellungssicheren Torhüterin.

Hinzu kamen die unzähligen Ballverluste auf Dachauer Seite, die von den schnellen Konterspielerinnen des HCE postwendend zu einem immer deutlicher werdenden Vorsprung genutzt wurden. Während der Aufstiegsaspirant sein Pensum ganz locker herunterspielen konnte, wobei er die schwächste Saisonleistung des konsternierten ASV-Teams zu einem Kantersieg nutzte, mühten sich die glücklosen Stadtwälderinnen mehr schlecht als recht, ohne das Debakel jedoch verhindern zu können. Erlangens Trainer Hartmann Gründl war nicht sonderlich erstaunt, dass vom ASV keine größere Gegenwehr kam, wusste er doch aus dem Hinspiel: „Die Dachauerinnen liegen uns.“

Marion Peccolo hingegen war extrem frustriert: „Alles, was wir uns vorgenommen haben, wurde entweder nicht richtig oder gleich gar nicht umgesetzt. Meine Mannschaft rannte kopf- und glücklos an und machte ein - ums andere Mal die gleichen Fehler, so dass Erlangen letztendlich leichtes Spiel hatte.“

Doch dann fügte sie fast ein wenig trotzig hinzu: „Die Saison ist noch lang, und es kommen auch wieder Gegner auf Augenhöhe.“ Und weiter: „Wir müssen das Desaster schnell abhaken, nach vorne schauen, und kontinuierlich an unseren Fehlern arbeiten, damit wir so bald wie möglich wieder aus dem Schlammassel heraus kommen“, hofft ASV-Trainerin Marion Peccolo auf die Wende in der nächsten Zukunft. (sche)

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