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Todesurteil für die Hauptschule

Odelzhausen/Pfaffenhofen/Sulzemoos - Das obere Glonntal könnte seine Hauptschule in Odelzhausen und damit einen wichtigen Baustein in der Infrastruktur dreier Gemeinden verlieren.

Die Einrichtung einer Mittelschule für Schüler aus dem oberen Glonntal stand auf der Tagesordnung der jüngsten Schulverbandssitzung. Die Vertreter der Gemeinden Pfaffenhofen, Odelzhausen und Sulzemoos beschlossen den Hauptschulstandort Odelzhausen zu schützen und sich für die Einrichtung einer Mittelschule einzusetzen. Laut den Plänen der Staatsregierung können bestehende Hauptschulen unter bestimmten Voraussetzung in eine Mittelschule umfunktioniert werden.

Die Odelzhausener Schule läuft jedoch Gefahr, nicht dabei zu sein, weil sie wichtige Voraussetzungen nicht erfüllen kann. Deutliche Kritik an Staatsregierung und Kultusministerium hat es deshalb von den Bürgermeistern aus Pfaffenhofen, Sulzemoos und Odelzhausen gegeben, die sich angesichts der Randlage ihrer Gemeinden und fehlender Planungssicherheit in der Zwickmühle sehen. Der Schulverbandsvorsitzende, Odelzhausens Bürgermeister Konrad Brandmair (CSU): „Das Thema Mittelschule hört sich wunderbar an, aber anfreunden kann ich mich damit nicht. Das Konzept des Kultusministeriums lässt zu viele Fragen offen.“

Odelzhausen ist durch seine Landkreisrandlage ein besonderer Problemfall, weil keine potenziellen Partnerschulen in der Nähe sind oder sich Nachbargemeinden bereits anders orientiert haben. Laut Brandmair laufen zwar Gespräche mit den Gemeinden Bergkirchen und Erdweg, deren Ausgang sei aber völlig unklar.

Sulzemoos Bürgermeister Gerhard Hainzinger (CSU) hat die Diskussion vermutlich auf den Punkt gebracht: „Die Entscheidung über die Zukunft der Schule treffen nicht wir, sondern die Eltern der Schüler, die ihre Kinder auf andere Schulen schicken werden.“ Die Odelzhausener Schule soll ihm zufolge deshalb noch besser ausbilden als bisher und muss zukünftig den mittleren Bildungsabschluss anbieten können. Er fordert ein Model, mit dem die Schule das schafft. Dabei soll man nicht mit Bergkirchen, Erdweg oder gar Egenhofen (Landkreis Fürstenfeldbruck) rechnen. Hainzinger: „Erdweger und Bergkirchener Schüler fahren nicht nach Odelzhausen, wenn sie Dachau leichter erreichen. Egenhofen hat sich bereits nach Maisach orientiert.“

Zustimmung erhielt Hainzinger von Schulverbandsrat Helmut Zech (CSU): „Wir können das Rad nicht zurück drehen. Die Mittelschule in Bayern wird kommen. Unsere Hauptschule wird sterben, wenn wir keine Lösung finden. Leidtragende sind die Kinder.“ Zech befürchtet, dass der Verwaltungsgemeinschaft Odelzhausen nur noch eine Grundschule bleibt und damit ein wesentlicher Teil der Infrastruktur wegbricht. Zech: „Wir Bürgermeister wurden aufgefordert zu einem Ministerratsbeschluss über die Umsetzung der Mittelschule Stellung zu nehmen, den es gar nicht gibt. Ich verstehe die Welt nicht mehr, das ist eine Hinterfotzigkeit.“ (sm)

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