Trinkgefäße einst begehrter als Geld

Dachau - Mit der Teezeremonie sowie Trink- und Wassergefäßen befasst sich die aktuelle Ausstellung im Dachauer Rathaus. Höhepunkt der Vernissage war eine meditative Teezeremonie.

Kostbare Teegefäße des japanischen Keramikkünstlers Genya Sonobe aus Seto-City sind noch bis zum 12. März im Dachauer Rathausfoyer zu sehen. Für eine Teezeremenie war ein Teehaus aufgebaut worden. Tee-Meister Gerhart Staufenbiel erläuterte Brauch und Geschichte und ließ das Ritual, das eng mit der Zen-Philosophie zusammenhängt, von seiner Schülerin Carolin Hoehn zelebrieren. Oberbürgermeister Peter Bürgel und seinen Stellvertretern Gertrud Schmid-Podolski und Claus Weber wurde die Ehre des "Teeweges" zuteil.

Staufenbiel, der sich seit 35 Jahren in dieser Kunst übt ist zertifizierter Teemeister. Der Status sei äußerst schwierig zu erringen gewesen, weil die Japaner es nicht gerne sehen, weinn ein Ausländer sich ihrer Traditionen bemächtigt. Heute sei die Zeremonie oft zur Folklore oder Benimmschule für junge Mädchen verkommen

Der Keramiker Genya Sonobe fertigt seine Gefäße hauptsächlich für Teezeremonien. In Dachau hat ihm dafür Claudia Flach ihre Werkstatt zur Verfügung gestellt. Sie hat den Japanier bei einem internationalen Seminar in Wales kennengelernt. Sonobes Designkonzept hat deutschen Hintergrund, was die Einfachheit und Klarheit von Formen und Farben angeht. Der Künstler hat sich vom Bauhaus und der Kunst Wassily Kandinskys anregen lassen. Er modelliert seine Teeschalen mit griffiger Wandung, so dass sie sich in eine Hand schmiegen. Üblicherweise muss man die japanischen Teeschalen meist mit beiden Händen halten. Die Gestaltung entspricht dem japanischen Schönheitsempfinden "wabi-sabi": Nichts bleibt, nichts ist endgültig und nichts ist perfekt." (sch)

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