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Ein echter Gewinn für den Tucholsky-Abend war die Mitwirkung des Salon-Orchesters von Hans Blume, Sänger Florian Dengler und Chansonette Christa Maria Jürgensson. Foto: Sch

Tucholsky zeitlos und treffend

Dachau - Nicht schulmeisterlich und trocken, sondern unterhaltsam und kurzweilig war der Tucholsky-Abend in der wissenschaftlichen Reihe des Josef-Effner-Gymnasiums.

Der gesteigerte Unterhaltungsfaktor ist vor allem der Mitwirkung des Salonorchesters von Hans Blume, der Chanson-Sängerin Christa Maria Jürgensonn und Bariton Florian Dengler zu verdanken.

Karl Kühbandner trug ausgewählte Texte von Kurt Tucholsky vor. Der Studiendirektor kündigte die Musiker als „lebendige Geschichte“ des Salonorchesters an, denn fast alle waren einmal Schüler am JEG.

Karl Kühbandner und Sängerin Maria Jürgensson, die am Klavier von Marvin Balzer und am Kontrabass von Emanuel Neumayer begleitet wurde, unternahmen einen Streifzug durch Kurt Tucholskys Lebensstationen. „Der Mann mit fünf PS“, wie auch der Abend betitelt war, hatte neben dem eigenen Namen vier Pseudonyme: Kaspar Hauser, Peter Panter, Theobald Tiger und Ignaz Wrobel, unter denen er schrieb, wie zum Beispiel fürs linke Wochenblatt „Die Weltbühne“. Vor dem Ersten Weltkrieg engagierte sich Tucholsky für die SPD, zwischen 1920 und 1922 wurde er Mitglied der USPD, gegen Ende der 20er Jahre näherte er sich vorübergehend der KPD an. Er war Pazifist, Moralist und rief zum Klassenkampf auf.

Wie zeitlos und zutreffend die Gedanken Kurt Tucholskys auch heute noch sind, zeigten die Ballade von der „Wohltätigkeit“ und das satirische Gedicht „Die freie Marktwirtschaft“, das empfiehlt, Tarife und Betriebsrat abzubauen, Renten und Versicherungen abzuschaffen und Trusts, Kartellen und Konzernen zu vertrauen.

1924 ging Tucholsky als Korrespondent nach Paris, wurde zunehmend heimatlos und „fühlte sich zwischen den Stühlen“, wie Karl Kühbandner berichtete. Auch im Privatleben war er sprunghaft und hatte mehrere Beziehungen neben der Ehe. Mit den herrlich ironischen Chansons „Die Barfrau“ und „Ach lege Deine Wange“ zeichnete Christa Maria Jürgensonn diesen Lebensabschnitt musikalisch nach. (sch)

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