Chorleiter Roman Nowak (rechts) ist der Verknüpfungspunkt zwischen den Akteuren. Vorne stehend die Gesangssolisten. INK

Überwältigendes Musikerlebnis

Schönbrunn - Die Schönheit von des Haydn-Oratoriums "Die Schöpfung", aufgeführt von über 100 Mitwirkenden hat in der Klosterkirche ein zahlreiches Publikum beglückt.

Das 1798 uraufgeführte Musikwerk hat Joseph Haydn für großes Klangvolumen und drei Solisten komponiert. In Schönbrunn, 215 Jahre später, hat nun das Peterhausener Kammerorchester unter der Leitung von Eugen Tluck zusammen mit dem Hlahol Chor Prag und dem Gemischten Chor Petershausen das Oratorium intoniert. Die Gesamtleitung hatte der in Prag geborene Komponist und Dirigent Roman Z. Nowak, der Leiter beider Chöre ist. Er dirigierte zurückhaltend und präzise. In der verkürzten Prager Fassung, in der fast alle Rezitative wegfallen, lasen zwei Kinder aus der Schöpfungsgeschichte.

Hlahol Prag gehört zu den traditionsreichsten tschechischen Chören. Die seit 2010 bestehende Partnerschaft zwischen Prag und Petershausen und der Kulturförderverein Petershausen ermöglichten sowohl das Konzert in Schönbrunn als auch den vorangegangenen gemeinsamen Auftritt mit der „Schöpfung“ im vorigen Jahr anlässlich der Wiedereröffnung der Hlahol-Passage an der Moldau. Seit nunmehr 30 Jahren ist das von Eugen Tluck gegründete Petershausener Kammerorchester eine große Bereicherung im Kulturleben des Landkreises, und es spielte wiederum hervorragend in der Schönbrunner Aufführung. Außer Konzertmeister Eugen Tluck saß nur noch ein zweiter professioneller Musiker im Orchester.

Die einladende Atmosphäre der hellen Klosterkirche und ihre ausgezeichnete Akustik erhöhten den musikalischen Genuss mit einem jubelnden Chor und den harmonierenden, schönen Stimmen der herausragenden Gesangssolisten Anna-Maria Bogner (Sopran), Adam Sanchez (Tenor) und Holger Ohlmann (Bass). Sie verkündeten den Jubel und die Freude, die der Komponist in der Sprache der Musik wiedergibt: „Der Herr ist groß in seiner Pracht“, und „Die Welt ist so wunderbar“. Tonmalereien führen den Aufgang der Sonne, des Mondes und der „heller Sterne Gold“ vor Augen. Jeder der sechs Schöpfungstage endet mit einem Lobpreis des Schöpfers.

Am 6. Tag, als „Gott sah, dass es gut war“, „fehlte dem Glanze das Geschöpf“. Mann (Holger Ohlmann) und Frau (Anna-Maria Bogner)vereinen sich im opernhaften Liebesduett „Holde Gattin, dir zur Seite“. Das Oratorium klingt mit dem bewegenden Schlussgesang von Solisten und Chor aus: „Des Herren Ruhm, er bleibt in Ewigkeit“.

Mit stehenden Ovationen bedankten sich die Zuhörer für ein überwältigendes Musikerlebnis. (ink)

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