Unfallstatistik 2016 für den Landkreis Dachau

Mehr Tote und Verletzte

Es ist ein trauriger Rekord: Im vergangenen Jahr haben sich auf den Straßen im Landkreis Dachau so viele Verkehrsunfälle wie noch nie ereignet. Erstmals stieg die Zahl der Kollisionen über 5000. Neun Menschen starben. Der Grund ist das immer weiter steigende Verkehrsaufkommen.

Landkreis968 Menschen sind im vergangenen Jahr verletzt und neun Menschen getötet worden – bei genau 5005 Verkehrsunfällen. 2015 waren es 4658 Unfälle. Im Jahr zuvor starben vier Menschen auf den Straßen im Landkreis.

Damit starben 2016 80 Prozent mehr Menschen im Straßenverkehr als 2015. Besonders gefährdet sind Zweiradfahrer. Von den neun Toten waren drei Radfahrer sowie drei Motorradfahrer. Zwei Radler davon waren mit einem E-Bike unterwegs. „Bei den Elektrofahrrädern ist es besonders gefährlich, dass deren Geschwindigkeit häufig unterschätzt wird“, weiß Polizeihauptkommissar Karl-Heinz Kellerer. Vor allem an Einfahrten komme es häufig zu Unfällen und gefährlichen Situationen mit ein- oder ausfahrenden Autos.

Für die massive Steigerung der Unfallzahlen im vergangenen Jahr gibt es nach Einschätzung der Dachauer Polizei vor allem vier Ursachen: „Die Zunahme von Wildunfällen. Hier stiegen die Zahlen von 966 auf 1016 registrierte Zusammenstöße zwischen Auto und Wild. Der Hauptgrund für diese Zunahme ist nach Ansicht der Polizei, dass immer mehr Autos in der Zeit zwischen 21 und 23 Uhr unterwegs sind.

Die meisten Unfälle passierten im Stadtgebiet Dachau. 2016 ereigneten sich hier 1887 Unfälle, im Vorjahr waren es noch 1751. Die Anzahl der Verletzten stieg um 14 Personen auf 308 im Jahr 2016. Zudem starben zwei Menschen: Ein Elektroradfahrer in der Freisinger-/Anton-Burgmaier-Straße nach dem Zusammenstoß mit einem Auto sowie ein dreijähriges Kind, dass nach einem Unfall aus dem Auto geschleudert worden war (wir berichteten).

Ein Unfallschwerpunkt ist die Autobahn 8 Vor allem im Berufsverkehr kommt es hier immer häufiger zu Auffahrunfällen zwischen Odelzhausen und Dachau. Auch auf der B471 steigt die Zahl der Unfälle (insgesamt 41). Ursache ist nach Ansicht der Polizei der Stauausweichverkehr um den Allacher Tunnel sowie die Verkehrssituation an der Anschlussstelle Dachau.

Der risikoreichste Tag, in einen Verkehrsunfall verwickelt zu werden, ist der Freitag. Mit 866 Kollisionen ereigneten sich am letzten Werktag der Woche doppelt so viele wie am unfallschwächsten Sonntag (426). Die gefährlichsten Stunden des Tages sind die zwischen 16 und 19 Uhr. „Hier vermischt sich der Berufsverkehr mit dem Einkaufs- und Freizeitverkehr“, so Verkehrsexperte Kellerer. Allein in der Spitzenstunde zwischen 17 und 18 Uhr kam es im vergangenen Jahr zu 379 Unfällen.

Hier hat es in Dachau am häufigsten gekracht - die Graphik

1. Alte Römerstraße/Schleißheimer Straße.

2. Schleißheimer-/Frühling-/Martin-Huber-Straße. 

3. Sudetenland-/Würmstraße. 

4. Freisinger Straße/Alte Römerstraße.

5. Münchner Straße/Wallbergstraße/Wettersteinring. 

6. Münchner-/Bahnhof-/Schillerstraße. 

7. Ludwig-Thoma-/Konrad-Adenauer-Straße. 

8. Freisinger Straße/Weblinger Weg.

9. Alte Römer-/Robert-Bosch-Straße.

Auch die Orte, an denen sich in der Stadt Dachau zwei tödliche Unfälle ereigneten, sind eingezeichnet (†): Ein dreijähriges Mädchen starb bei einem Unfall an der B 471, ein Elektroradfahrer kam bei einem Unfall an der Freisinger Straße ums Leben.

Auch interessant

Kommentare