Lesung und Szenen aus dem Leben des Münchner Komikers

Valentineske Weihnacht

Dachau - Weihnachten mit Karl Valentin - das ist spaßig und tragisch zugleich. In der Reihe der Blutenburger Konzerte hat im Dachauer Schloss ein Karl- Valentin-Abend stattgefunden.

Der Münchner Turmschreiber Alfons Schweiggert und der Schauspieler Michael Lerchenberg gestalteten eine humoristische und tiefsinnige Lesung, die nicht nur an der Oberfläche des großen Münchner Satirikers kratzte, sondern ein Bild des Menschen Karl Valentin zeichnete, der seinen Humor aus dem Kampf mit den alltäglichen Widrigkeiten schöpfte.

Das Münchner Ensemble Saitentanz spielte schmeichelnde Volksmusik, und die Schauspieler Peter Zimmermann und Sissy Engl mimten zwei lustige Szenen. Ein Christbäumchen auf der Bühne, schiefgewachsen und dürr, ließ ahnen, worauf der Abend hinauslaufen würde.

Karl Valentins Gedanken über Weihnachten und Neujahr waren alles andere als heimelig und wohlmeinend. „In seinen Stücken lebte er das Groteske bis zur Zerstörung aus“, charakterisierte Alfons Schweiggert die Haltung Karl Valentins zum Christfest. Der Buchautor las aus Aufzeichnungen und Briefen Valentins sowie dessen Zeitgenossen Georg Blädel und aGert Fröbe, berichtete von Erinnerungen der Tochter Bertl, der Enkelin Anneliese Kühn und erzählte viele Anekdoten. Michael Lerchenberg ließ die jeglicher Logik zuwiderlaufende Komik des Wortakrobaten hervorragend aufleben.

Es wurde schnell klar, dass Valentin rein gar nichts vom Weihnachtsfest hielt - und das nicht nur wegen der schlimmen Zeit zwischen den beiden Weltkriegen. Ausführlicher Bericht in der Print-Ausgabe der Dachauer Nachrichten. (sch)

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