Die Nepomuk-Kapelle in Ebersried bietet einen traurigen Anblick. Sie müsste dringend renoviert werden. ws

Verfallenes Schmuckstück

Ebersried - Die Nepomuk-Kapelle in Ebersried ist ein kleines Schmuckstück mit langer Geschichte. Ihre Glanzzeiten sind aber längst vorbei. Das Kirchlein müsste dringend renoviert werden - doch es passiert nichts.

Die Nepomuk-Kapelle in Ebersried ist baufällig und muss dringend fachgerecht saniert werden.

Die kleine sehenswerte Kapelle in Holzbauweise befindet sich neben der Brücke am westlichen Glonnufer in Ebersried. Sie liegt an der Straße, die nach Weyhern in Richtung Egenhofen im Landkreis Fürstenfeldbruck führt. Damit steht sie zwar auf dem Grund der Gemeinde Pfaffenhofen an der Glonn, nach alter Überlieferung ist sie aber Eigentum der Gemeinde Egenhofen.

Die Kapelle ist dem Brückenheiligen Johannes Nepomuk geweiht. 1736 ließ Freiherr von Ruffini auf der Fußgängerbrücke über die Glonn eine Nepomuk-Statue mit Laterne und Opferstock anbringen. Samstag und Sonntagabend wurde der Überlieferung nach die Laterne angezündet, damit die vom Wirtshaus heimkehrenden Zecher den richtigen Weg fanden. Um Unglücksfälle zu vermeiden, brannte bei Hochwasser ebenfalls die Laterne.

1823 wurde die erste Kapelle neben der Brücke gebaut. Diese war aber 1883 wieder baufällig und musste komplett erneuert werden. Nachdem 1927 eine Genossenschaft die Kapelle als Zementlager genutzt hatte, war eine weitere Renovierung von Nöten. Die Kosten hierfür übernahm 1931 die Gemeinde Egenhofen.

Zu einem Skandal kam es schließlich 1982: Die Nepomuk-Statue wurde gestohlen. Zum Glück erhielt die Gemeinde die Figur wieder zurück. Sie steht seitdem sicher im Sitzungssaal des Rathauses in Unterschweinbach. Eine Kopie aus Gips ist in der Kapelle ausgestellt.

Leider ist die Kapelle mittlerweile nicht mehr gut in Schuss. Sie ist für alle Fußgänger und vorbeifahrende Autofahrer ein trauriger Anblick. Im Bodenbereich ist die Holzverkleidung teilweise schon morsch, das Blechdach ist stark angerostet und der Farbanstrich an den Kapellenwänden bietet auch keinen wirksamen Wetterschutz mehr.

Die Gemeinde Egenhofen überlässt das kleine Gotteshaus seinem Schicksal. Niemand saniert und pflegt es. Martin Braun senior, der Kirchenpfleger der Kirchenverwaltung Egenburg, hat in den letzten Jahre mehrmals den ersten Bürgermeister Josef Nefele darauf aufmerksam gemacht, dass die kleine Kapelle dringend saniert werden müsste. Laut Martin Braun senior versprach Bürgermeister Nefele die Nepomuk-Kapelle zerlegen, herrichten sowie wieder aufstellen zu lassen. Leider ist bis zum heutigen Tage nichts geschehen und das kleine Schmuckstück muss weiter warten, dass es wieder auf Vordermann gebracht wird.

(ws)

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