Alt, aber historisch wertvoll: die alte Schule an der Schultreppe in Altomünster.

Viel Geld nötig für historisches Juwel

Altomünster - Sie war Gastwirtschaft, Schulhaus und diente zeitweilig auch als Lehrerwohnung. Die „alte Schule“ in Altomünster hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Und wird immer noch intensiv genutzt. Jetzt muss gründlich saniert werden. Und das wird teuer.

Historisch und architektonisch gesehen ist das Gebäude Schultreppe 4 ein Juwel. 15 auf 20 Meter groß, 350 Quadratmeter, dreizügig, mit alten Zimmermannsarbeiten, vor allem im hohen Dachstuhl. Vom früheren reichen Innenausbau ist indes nur noch eine barocke Tür erhalten. Christian Kaiser, Geschäftsführer des Ingenieurbüros Barthel und Maus, hatte für den Altomünsterer Gemeinderat auch noch eine Überraschung parat. Das Gebäude ist älter als bisher angenommen. Bisher ging man davon aus, dass es 1778 erstellt wurde. Tatsächlich aber besteht es in seiner jetzigen Form seit 1710. Damals wurde es als Klosterwirtschaft mit Brauerei genutzt. Von 1824 bis 1912 wurden dort nach diversen Umbauten die Altomünsterer Schüler unterrichtet. Als Anfang des 20. Jahrhunderts gegenüber die neue Schule gebaut wurde (heute unter anderem Kindergarten „Kleine Strolche“) wurde die Schultreppe 4 als Lehrerwohnhaus genutzt. Heute ist dort das JUZ im Erdgeschoss untergebracht, darüber ein Vor-Kindergarten der Vhs sowie die Kinderstube der Nachbarschaftshilfe, ein „Spiegelsaal“ für Tanzunterricht und im zweiten Stock eine Wohnung.

Doch während sich das Fundament bei der Untersuchung des Fachbüros als sehr solide herausgestellt hat, bereitet vor allem das Dach große Sorgen. Denn wegen immenser Schäden an der Traufe droht das Dachgefüge auseinander zu driften, erklärte Christian Kaiser. Das Dach müsse zudem neu eingedeckt werden. Alles in allem rechnete der Fachmann mit 1,5 Millionen Euro Sanierungskosten und damit um rund eine Million Euro mehr als noch Anfang des vergangenen Jahres. „Eine Sanierung kostet fast immer soviel wie ein Neubau“, gab Christian Kaiser zu bedenken.

Um die Sanierung wird die Marktgemeinde nicht herumkommen, denn das Haus steht wie das gesamte Ensemble unter Denkmalschutz. Daher wird es auch keine Abbruchgenehmigung geben, wie Christian Kaiser auf Huberts Güntners (FW) Frage nach dem Marktwert im Falle einer Veräußerung antwortete. Allenfalls könne man den Grundstückswert herausholen. Zumindest darf die Kommune mit 50 Prozent Zuschuss aus der Städtebauförderung rechnen.

Kaiser rechnet mit einer zweijährigen Sanierung in zwei Schritten. Zuerst müsse das Dach gesichert und repariert werden, dann folgt der Ausbau. Hier denkt die Kommune an eine Neuordnung der Räumlichkeiten: das JUZ nach oben, die Kinder-Betreuungseinrichtungen ins Erdgeschoss und eventuell mehr Platz für Vereine, „die auch schon angeklopft haben“, so Altomünsters Geschäftsleiter Christian Richter. Gedacht ist außerdem an eine Auslagerung der Mäusegruppe aus dem Kindergarten „Kleine Strolche“.

Christian Richter mahnte im übrigen zur Eile: einerseits aus Sicherheitsgründen, andererseits, weil Zwischenlösungen für die bisherigen Nutzer gefunden werden müssen. „Und das wird nicht einfach“, glaubt Richter. Baubeginn soll im nächsten Jahr sein. Bereits nächste Woche wird das Projekt im Haupt- und Finanzausschuss besprochen.

Sabine Schäfer

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