Schwedische Gardinen: Der 17-Jährige kam in Untersuchungshaft. Foto: kn

Vierkirchner Serieneinbrecher (17) geschnappt

Vierkirchen/Dachau - In der Nacht auf Montag hat eine kurze, aber ereignisreiche kriminelle Karriere ihr vorläufiges Ende gefunden: Ein 17-jähriger Vierkirchner wurde auf frischer Tat beim Einbruch erwischt. Jetzt sitzt er in Stadelheim.

Einen Kindergarten in Untersendling hatte sich der junge Vierkirchner diesmal ausgesucht. Aber Nachbarn bemerkten ihn und riefen die Polizei. Die Beamten sahen jemanden mit Taschenlampe durch den Kindergarten schleichen, konnten einen Fluchtversuch durch ein Fenster verhindern.

Schon vorher hatte der 17-Jährige mehrfach Einbrüche verübt – und zwar in seinem Heimatort. Denn er brauchte Geld. Der 17-Jährige hatte keinen Job und lebte allein in einer Mietwohnung. Vor sechs Wochen war seine Mutter einfach ausgezogen.

Da beim Vermieter keine Miete mehr einging, wurde die Vier-Zimmer-Wohnung am Samstag von der Polizei geräumt. Harald Dirlenbach, der als zweiter Bürgermeister in offizieller Funktion dabei war, berichtet, dass die Wohnung in einem völlig verwahrlosten Zustand gewesen sei.

Dirlenbach fiel bei der Durchsuchung ein bemerkenswertes Detail auf: „Da lagen auf dem Fußboden verteilt rund 50 Kugelschreiber mit dem Schriftzug SC Vierkirchen.“ Harald Dirlenbach ist von Beruf Polizeibeamter und obendrein Funktionär beim SCV. Er brachte den Fund natürlich sofort mit einem Einbruch vor zwei Wochen im Vereinsheim des Sportvereins in Zusammenhang.

Der 17-Jährige gab auch sofort zu, am 11. Oktober ins Sportheim eingestiegen zu sein. Dabei hatte er nicht nur die Kugelschreiber, sondern auch unbeflockte Trikots und Sporttaschen im Wert von etwa 800 Euro sowie 1000 Euro Bargeld mitgehen lassen.

Bei den Ermittlungen stellte sich heraus, dass der Täter in der Nacht zuvor auch noch in den Bauhof in Vierkirchen eingedrungen war. Dort hatte er in einer Geldkassette nur wenig Bargeld vorgefunden. Dafür richtete er aber Schaden in Höhe von 1100 Euro an, weil er nach dem Aufbrechen der Bürotür auch noch zwei Außenfenster der Werkstatthalle einwarf, um sich dort Zutritt zu verschaffen. In der Halle fand er zwei Nageleisen, mit denen er eine weitere Tür im Obergeschoss gewaltsam öffnete. Er fand aber lediglich ein Fahrrad, das als Fundsache aufbewahrt wurde. Mit dem Radl suchte er schließlich das Weite.

Weil er keinen festen Wohnsitz mehr hat und Fluchtgefahr besteht, sitzt der 17-Jährige, gegen den auch schon Anzeigen wegen Körperverletzung vorliegen, erst einmal in Untersuchungshaft. (mm)

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