Gähnende Leere im Adolf-Hölzel-Haus: Dei Männer waren wohl beim Fußballschauen. mik

Vogelkot, Doppelbusse und Fahrradweg

Dachau - So spannend wie das Champions-League-Spiel war die Bürgerversammlung am selben Abend nicht. Aber immerhin gab es ein Novum: Eine Bürgerin stellte einen Bürgerantrag.

Eine ganze Reihe leerer Stühle, zwischendrin vereinzelte Plätze unbesetzt - die meisten Frauen waren ohne Männer gekommen. Viele, und somit auch Oberbürgermeister Florian Hartmann, vermuteten hinter diesem Phänomen bei der Bürgerversammlung-Ost das „nicht ganz unbedeutende Fußballspiel“. Während jedoch beim Duell zwischen dem FC Bayern und Juventus Turin eine angespannte Stimmung herrschte, verlief die Bürgerversammlung im Adolf-Hölzel-Haus relativ ruhig. Der Höhepunkt: Ursula Althof reichte einen Bürgerantrag ein.

Die Bürgerin und Viel-Fahrradfahrerin beantragte einen durchgehenden Fahrradweg an der Theodor-Heuß-Straße, der Pollnstraße bis zur Friedensstraße. Althof dachte vor allem an die Schüler, die dort täglich fahren müssen. Weil der Antrag sofort eine Mehrheit fand, muss sich der Stadtrat nun mit dem Thema befassen.

Evelin Neubauer kritisierte den Vogelkot am Spielplatz an der Jakob-Kaiser-Straße. „Die ganze Rutsche ist oft weiß bedeckt“, erzählte sie. Sie habe Angst um die Gesundheit der Kinder. Ihre Anfragen bei Ämtern blieben bisher erfolglos. Ein Mitarbeiter bei Stadtgrün und Umwelt soll zu ihr gesagt haben: „Dann gehen sie woanders hin, wenn es ihnen dort nicht gefällt.“ Da es sich bei den „Plagegeistern“ um Krähen handelt, sieht der Oberbürgermeister ein Problem: „Es ist nicht einfach, gegen geschützte Arten vorzugehen.“

„Es gibt keine Gehwege, ich muss mit meinen Kindern auf der Straße gehen und die Müllabfuhr kommt nicht durch“, kritisierte Simone Patscheider die Straßensituation rund um den Otto-Kohlhofer-Weg. Die Anwohnerin habe Angst, dass sich dies mit dem Neubau der Krippe noch verschlimmern wird. Sie bat die Verwaltung bei der Planung den Verkehr miteinzubeziehen.

Lothar Kempel brachte das immer wiederkehrende Thema „Lkw und Busse in der Roßwachstraße“ in die Runde. Er kritisierte, dass Lkw und Busse täglich die Straße blockieren. „Letztens kam ein Doppelbus weder vor noch zurück“, schilderte er und forderte ein Halteverbot. Hartmann kannte das Thema und meinte, dass man vor allem Busse wegen des Jugendgästehauses nie aus dieser Straße wegbekommen könne.

Zudem wurde die Bushaltestelle an der Bibliothek-Ost angeprangert. „Die Haltestelle ist mit allem möglichen Schmierereien angemalt und ständig liegen Schachteln und anderes Zeug herum“, beanstandete eine Bürgerin. Sie würde sich eine wöchentliche Reinigung wünschen und nicht wie jetzt nur eine monatliche.

Hartmann versprach, sich mit allen Themen zu beschäftigen und auch an die zuständigen Ämter weiterzugeben.

(mik)

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