"Vom Schock der Landtagswahl noch nicht erholt"

Dachau - Die Stimmung in den politischen Lagern in Dachau war, wie sollte es auch anders sein, durchaus gemischt. So richtig Freude kam eigentlich nur bei den Freien Demokraten auf.

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Ergebnisse aus allen Gemeinden in Oberbayern

Direktkandidaten aus Oberbayern

Gerda Hasselfeldt, wiedergewählte CSU-Bundestagsabgeordnete: „Unser Wahlziel war eine Koalition mit der FDP. Dass das jetzt möglich ist, darüber freue ich mich. Ich glaube, dass viele Bürger kalkuliert in Richtung dieser Koalition gewählt haben, also ihre Zweitstimme der FDP gegeben haben. Das Ergebnis in Bayern hätte ein bisschen besser sein können, auch das hängt mit den vielen Zweitstimmen für die FDP zusammen. Aber die CSU muss das Ergebnis deutlich analysieren und sich fragen: Was haben wir falsch gemacht? Es war zum Beispiel schwer zu argumentieren, warum wir im Bund mit der FDP koalieren wollen und uns in Bayern mit der FDP streiten. Wir haben uns von dem Schock der Landtagswahlen noch nicht erholt. Mein persönliches Ergebnis ist ein Grund zur Freude und Dankbarkeit, ich freue mich über das große, persönliche Vertrauen.“

-Peter Falk (SPD) hat es auch im dritten Anlauf nicht geschafft, in den Bundestag einzuziehen. Dem Sozialdemokraten bleibt mal wieder nur, das schlechte Abschneiden seiner Genossen zu kommentieren. Falk führt die hohen Verluste seiner Partei auf die Arbeit der Sozialdemokraten in der Bundespolitik zurück. Die SPD müsse wieder die Partei der kleinen Leute werden. Eine sozialdemokratische Politik unter dem Motto „ Der Genosse der Bosse“ sei den Menschen in Deutschland nicht mehr vermittelbar. Das desaströse Ergebnis der Sozialdemokraten müsse jetzt von der Kommunal- bis zur Bundesebene aufgearbeitet, diskutiert und Lehren daraus gezogen werden. An der Arbeit der Basis könne das auch im Landkreis vernichtende Ergebnis der SPD nicht liegen. „Die Kreis-SPD hat super gearbeitet“, sagte der Sozialdemokrat nachdem die ersten Ergebnisse aus den Gemeinden bekannt gegeben worden waren.

-Daniela Seidl, FDP-Direktkandidatin: „Ich freue mich sehr darüber, dass wir eine schwarz-gelbe Koalition bilden können. Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind und wir die richtigen Themen angesprochen haben: Eine Erneuerung des Steuersystems, Wege aus der Finanzkrise und mein persönlicher Schwerpunkt, die Familienpolitik. Mit meinem und dem Ergebnis der FDP bin ich sehr zufrieden.“

-Martin Güll, SPD-Landtagsabgeordneter und Kreisvorsitzender: „Meine Prognose für die SPD waren bundesweit 25 Prozent. Aber dass es so dramatisch wurde, das tut schon weh. Worüber sich die Genossen im Willy-Brandt-Haus gefreut haben, weiß ich auch nicht. Denn nicht einmal das Minimalziel, eine schwarz-gelbe Koalition zu verhindern, wurde erreicht. Auch das Ergebnis in Bayern ist dramatisch.“

-Bernhard Seidenath, CSU-Landtagsabgeordneter: „Das Ergebnis im Bund ist sehr erfreulich. Mit diesem Vorsprung habe ich nicht gerechnet. Das CSU-Ergebnis ist aber enttäuschend, und wird den Ansprüchen der CSU nicht gerecht. Da werden wir uns Gedanken machen müssen. Ich schätze, dass in der Bezirksvorstandssitzung (heute um 16 Uhr; Anm. d. Red.) deutliche Worte gefunden werden.“

-Ludwig Krispenz, Sprecher der Grünen im Landkreis: „Wir haben keines unserer Ziele erreicht. Wir wollten Schwarz-Gelb verhindern und drittstärkste Kraft werden. Wir haben zwar ein paar Prozente gewonnen, aber trotzdem können wir uns nicht freuen.“ flg

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