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Fußball zur besten Arbeitszeit: In vielen Firmen, wie übrigens auch bei den Dachauer Nachrichten (Bild), läuft derzeit im Büro der Fernseher. Allerdings muss der Arbeitgeber mit dem gemeinschaftlichen Fußballgucken einverstanden sein.

Vor dem letzten WM-Gruppenspiel

Wie Fan-freundlich sind die Arbeitgeber?

Morgen um 16 Uhr spielt Deutschland sein letztes und entscheidendes WM-Gruppenspiel gegen Südkorea. Wir haben daher bei einigen Arbeitgebern der Region nachgefragt: Ist Fußball-Schauen am Arbeitsplatz erlaubt?

Dachau – Rechtlich ist der Fall klar: Erlaubt ist Fußball schauen am Arbeitsplatz nur, wenn es der Arbeitgeber ausdrücklich erlaubt. Wer gegen die Vorgaben des Arbeitgebers verstößt, der riskiert eine Abmahnung. Doch die Region ist im WM-Fieber, nicht erst seit dem Schweden-Krimi am Samstag. Deshalb zeigen sich viele Firmen kulant.

Keine Zeit für Urlaub

Bei der Polizeiinspektion Dachau wird den Mitarbeitern, durch einen Fernseher im Aufenthaltsraum, ermöglicht am Spiel teilzuhaben. „Zu solch einem Anlass kann man schon einmal ein Auge zudrücken. Aber natürlich muss der Dienst immer vorgehen“, gibt Stefan Reichenbecher eine kleine Vorschau auf die Arbeitsrealität am morgigen Mittwochnachmittag. „Die Kollegen können ab und zu einen Blick auf das Spielgeschehen werfen, allerdings ist es nicht erlaubt, sich jetzt zwei Stunden lang vor dem Fernseher gemütlich zu machen.“ Wenn es dienstlich möglich sei, könnten sich die Mitarbeiter auch freinehmen. Aber, so Reichenbecher, „ist das bei unserer derzeitigen Personalsituation eher unwahrscheinlich“.

Zu viele Aufträge

Keine Möglichkeit, das Spiel am Arbeitsplatz zu verfolgen, haben die Angestellten der Firma MAN in Karlsfeld. „Wir haben im Moment eine extrem hohe Auftragslage, weshalb auch an diesem Nachmittag normal produziert wird“, gibt Pressesprecher Manuel Hiermeyer Auskunft. Zwar hätte es in der Vergangenheit immer wieder Spielübertragungen im Unternehmen gegeben, doch in diesem Jahr sei das wirtschaftlich nicht möglich. „Dafür haben wir für all unsere Mitarbeiter weltweit ein Tippspiel laufen“, erzählt Hiermeyer. So würde man sich trotzdem WM-Feeling ins Haus holen.

Streaming verboten

Auch im Dachauer Rathauswird es keine Gelegenheit geben, das Spiel zu verfolgen. „Mitarbeiter können aber, im Rahmen der Gleitzeit, an diesem Tag früher nach Hause gehen“, erklärt Hauptamtsleiter Josef Hermann. Das Spiel via Internet vom Arbeitsplatz aus zu verfolgen sei jedoch verboten. „Daran halten sich die Kollegen auch“, so Hermann, der von einer hohen Inanspruchnahme der Gleitzeitoption ausgeht. Er selbst wolle sich „erst kurzfristig entscheiden“.

Gemeinsam nach Ulm

Einen Sonderfall bildet das Landratsamt Dachau, denn das unternimmt morgen seinen jährlichen Betriebsausflug nach Ulm. „Daheimgebliebene haben die Möglichkeit auf ihr Gleitzeitkonto zurückzugreifen. Für alle die am Ausflug teilnehmen, wird in Ulm ein Platz zum Mitfiebern gefunden werden. Die Rückfahrt erfolgt natürlich erst nach Abpfiff“, versichert Silke Lein.

Flexible Gleitzeit

Beim Vierkirchner Softwareunternehmen Micronova sind, laut Pressestelle, ebenso keine Übertragungen am Arbeitsplatz geplant. Durch die flexible Gleitzeitregelung könnten die Mitarbeiter aber früher nach Hause gehen, wenn es denn mit den betrieblichen Abläufen und Terminen zu vereinbaren sei.

Frage der Planung

Offizielle Spielübertragungen gibt es auch bei der Volksbank Raiffeisenbank Dachau nicht. „Die genaue Handhabung obliegt den Filialen. Entscheidet man sich dazu, das Match im Pausenraum laufen zu lassen, gibt es dagegen nichts einzuwenden, solange der Bankbetrieb nicht davon beeinträchtigt wird. Das hat absoluten Vorrang“, erläutert Pressesprecher Martin Richter. Bei der Sparkasse obliegt es dem Organisationstalent der Kollegen, ob sie das Spiel anschauen. Denn, so Sprecherin Susanne Allers: „Die Mitarbeiter der Sparkasse haben die Möglichkeit, ihre Kundentermine flexibel zu planen.“ Einige Fußballbegeisterte würden sich die Termine daher „entsprechend vor oder nach das Spiel legen“. Claudia Lepuch

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