Traurig, traurig. Nach dem Gaudiwurm durch die Altstadt und dem Narrentreiben vorm Rathaus ist alles aus. Foto: kn

Voting: Soll Stadt die Schranne für Narren öffnen?

Dachau - Tausende Narren werden wieder den Weg in die Altstadt zum Gaudiwurm und dem Faschingstreiben vorm Rathaus finden. Und sie werden anschließend zumeist vor verschlossen Türen stehen.

Der Hörhammer ist seit Jahren „pächterfrei“ und dem Verfall für skurrile Filmkulissen preisgegeben, der Zieglerkeller seit Monaten dicht, im Schloss ist die Gaststätte ebenfalls derzeit nicht geöffnet. Bleibt die Schranne. Doch die bleibt heuer aller Voraussicht auch geschlossen. Dort hatten im vergangenen Jahr die Narren eine „Zuflucht“ gefunden, weil die Stadt dem Dachauer und Bergkirchner Gastwirt Michael Groß für einen Tag die Anmietung gestattete. Viele hundert Faschingsbegeisterte strömten in das leer stehende städtische Millionengrab, offenbar zu viele.

Offiziell liest sich die Ablehnung durch die Stadt zwar anders: Man habe so viele Anfragen für eine eintägige Nutzung, dass man sich entschieden habe, an niemanden mehr zu vermieten, heißt es in der Verwaltung, keine Ausnahme zu machen. Aber: Oberbürgermeister Peter Bürgel erklärt, seine Verwaltung habe ihn darauf hingewiesen, dass es 2009 doch einige größere Probleme gab, sogar Polizisten seien tätlich angegriffen worden.

Dem widerspricht allerdings Wirt Michael Groß entschieden: „Wir hatten einige kleinere Schäden, die wir selbstverständlich repariert und bezahlt haben, ein Betrunkener musste von der Polizei vor der Schranne abgeführt werden und ein Fehlalarm wurde ausgelöst. Ansonsten hat mir der Einsatzleiter der Polizei versichert, dass es keine großen Probleme gab.“ Doch sein diesjähriger Antrag wurde abgelehnt. Die Schranne bleibt dicht. „Mir geht es nicht ums Geld und einen möglichen Gewinn,“ versichert Groß. „Wir würden den Ertrag dieses Tages wieder wie im Vorjahr für soziale Zwecke spenden, auch für die Stadt Dachau. Mir geht es um die vielen Besucher, die nach dem Faschingstreiben buchstäblich auf der Straße stehen.“ Groß würde den Faschingsabend auch zusammen mit der Stadt organisieren. „Wir haben da noch einige Zeit, um alles abzuklären, auch den Ordnungsdienst zu verstärken.“ gö

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