Vom Wähler nicht gewollt

Dachau - Böhm-Wechsel von der SPD zur FDP: Zwei Überläufer bescheren OB gestärkte Mehrheit, wie SPD moniert.

Petra Böhms Wechsel von der SPD zur FDP hat bei ihren ehemaligen Parteikollegen große Enttäuschung ausgelöst.

Volker C. Koch, SPD-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat: „Wir ärgern uns vor allem darüber, dass wir einen Ausschusssitz verlieren.“ Oberbürgermeister Peter Bürgel (CSU) habe nun eine Mehrheit, die ihm vom Wähler eigentlich nicht zugesprochen worden sei.

Damit meint Koch nicht nur den Parteiaustritt von Petra Böhm, sondern auch den Wechsel von Claus Weber. Der hatte bei den Stadtratswahlen im März 2008 auf der Liste der ÜB kandidiert, um dann nach den Wahlen zu den Freien Wählern zu wechseln. Und jetzt auch noch der Beitritt Böhms zur FDP.

Damit verlieren die Genossen einen Sitz in den Ausschüssen, und die FDP bekommt einen eigenen.

Volker C. Koch prognostiziert: „Entscheidungen werden künftig nicht mehr 8:7 ausgehen, sondern eben 9:6. Durch Weber und Böhm hat OB Bürgel eine Mehrheit, die der Wähler ihm nicht gegeben hat. Bürgels Mehrheit ist durch zwei Überläufer gestärkt worden.“

Den Vorwurf, die SPD-Fraktion habe auch nicht gejammert, als vor Jahren Ex-Oberbürgermeister Kurt Piller von der ÜB zur SPD wechselte und sein Mandat mitnahm, lässt Koch nicht gelten. „Das hat die Sitzverteilung damals nicht so verschoben wie jetzt Böhms Wechsel.“ Außerdem sei Pillers SPD-Beitritt vom Landesverband vorangetrieben worden und nicht von der Dachauer SPD.

Warum Petra Böhm der SPD den Rücken gekehrt hat, um jetzt der FDP beizutreten, kann Koch im Übrigen überhaupt nicht nachvollziehen: „Ich bin da schon enttäuscht. Petra stand 16 Jahre lang auf sozialdemokratischem Boden, und was jetzt? FDP!“

Die Liberalen empfangen Petra Böhm, deren Wechsel der Partei endlich einen eigenen Ausschusssitz verschafft, freilich mit offenen Armen. Ortsvorsitzender Jürgen Seidl jubelt: „Die FDP gewinnt nicht nur eine erfahrene Stadträtin und kompetente Kommunalpolitikerin, sondern vor allem auch einen offenen, geradlinigen und konsequenten Menschen, der in der Dachauer Bevölkerung große Wertschätzung genießt.“ (flg)

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