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Die Waldzwergerl Hebertshausen dürfen ab heut e endlich wieder gemeinsam durch die Natur toben. Neben ihren Bauwägen können die Kinder bei schlechtem jetzt auch einen Schutzraum im nahen Jugendzentrum nutzen. 

Endlich wieder raus in die Natur!

Waldkindergärten im Landkreis Dachau sind bereit für regulären Betrieb

Endlich wieder gemeinsam spielen, klettern, rennen und erzählen: Nach langen Wochen der Schließung können sich alle Mädchen und Buben, die einen Waldkindergarten besuchen, wieder auf das Miteinander freuen. Denn diese besonderen Einrichtungen – sieben davon gibt es im Landkreis – dürfen ab diesem Montag wieder ihre Pforten öffnen.

„Unser Hygienekonzept ist fertig“, sagt Elke Misun, bei der Arbeiterwohlfahrt als Fachbereichsleitung auch verantwortlich für die beiden AWO-Waldkindergärten An der Vogelweide in Dachau und Hollerbusch in Odelzhausen. Wieder „ganz normal aufmachen“ werden in Hebertshausen die Waldzwergerl, sagt Sven Körper, Vorstand vom Trägerverein. Und in Petershausen freut sich Frauke Peiz als Geschäftsleiterin des Waldkindergartens, dass es endlich wieder los geht. „Unsere Eltern werde das Angebot sicher gerne annehmen.“

Die offizielle Genehmigung des Sozialministeriums für alle „nicht gebäudebezogenen Kindertageseinrichtungen“ ist erst am vergangenen Mittwoch eingetroffen, doch in den Waldkindergärten wurde schon davor an Konzepten gefeilt, so dass die Rahmenbedingungen stehen.

Im Waldkindergarten Petershausen waren bisher bereits acht Kinder in der Notbetreuung. „Wir werden sehen, wie es mit allen 24 geht“, sagt Geschäftsführerin Peiz. Ihr Eindruck: „Abstand halten und kein Handschlag, die Kinder haben diese Regeln schon erstaunlich verinnerlicht.“

Auch Hygienekonzepte gibt es in allen Einrichtungen. „Wir haben Kanister mit warmem Wasser, Flüssigseife, jedes Kind ein eigenes Handtuch“, berichtet Peiz. Fürs Holen und Bringen haben sie in Hebertshausen überlegt, den Eltern quasi per Ticket eine feste Zeit zuzuweisen. „Aber das bringt die Familien wieder in Stress“, sagt Vorstand Körper. Nun wurde das Zeitfenster einfach erweitert, um zu viel Gedränge beim Abholen zu vermeiden.

Auch der Kindergartenalltag wird angepasst: Weniger basteln und mehr Freispiel, sagte Frauke Peiz. Die Baumstämme, auf denen die Kinder im Morgenkreis sitzen, wurden bei den Hebertshausener Waldzwergerl weiter auseinandergerückt. Natürlich sollen die Mädchen und Buben in kleineren Gruppen spielen, „aber wir können keinen Zaun bauen“, sagt Sven Körper. Und natürlich würden Kinder weiterhin getröstet oder mal in den Arm genommen. Grundsätzlich, das betont AWO-Fachbereichsleitung Elke Misun, „ist im Waldkindergarten ja der Aufenthalt an der frischen Luft von Haus aus ein Vorteil“. Überall achten die Pädagogen darauf, dass die Kinder ihre eigene Brotzeit essen und nicht tauschen. Aktionen wie gemeinsames Obstschnippeln fallen nun aus.

Bleibt die Frage, wohin sich Pädagogen und Kinder zurückziehen, falls das Wetter mal nicht mitspielt. Der klassische Bauwagen, über den jeder Waldkindergarten verfügt, wirkt für einen längeren Aufenthalt in Corona-Zeiten beengt. Bei einem kurzen Schauer „bleiben wir sowieso draußen“, sagt Frauke Peiz. Zum Unterstellen gebe es ein Tipi. Die Waldzwergerl in Hebertshausen können zwei Bauwägen nutzen plus einen Schutzraum im nahen Jugendzentrum. Die AWO-Waldkindergärten in Dachau und Odelzhausen verfügen je über einen Ausweichraum in einer anderen AWO-Kita am Ort.

Fachbereichsleiterin Misun hat auch den Eindruck, dass in Dachau wie Odelzhausen „nicht alle Eltern das Angebot nutzen werden, einige noch beobachtend abwarten“. Deshalb kann sich alles langsam einspielen. Auch in Hebertshausen will man Erfahrungen sammeln und bei Bedarf nachzujustieren, sagt Vorstand Sven Körper. Fest steht schon jetzt: „Ein bisschen anders wird es werden“. Petra Schafflik

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