In der Nähe von Indersdorf

Weiteres Windrad im Landkreis?

Wöhr/Albersbach – Ein weiteres Windrad im Landkreis könnte in der Nähe von Indersdorf entstehen: zwischen den Weilern Wöhr und Albersbach. Ein Grundstückseigentümer hat einen entsprechenden Antrag gestellt.

Ein Windrad zwischen den beiden Weilern Wöhr und Albersbach: Dazu hat ein Grundstückseigentümer einen Antrag auf Vorbescheid bei der Gemeinde Indersdorf gestellt. Zur Zeit wird das Grundstück noch landwirtschaftlich genutzt. Wenn es nach dem Antragssteller geht, soll sich dort künftig ein Windrad vom Typ Enercon E-92 drehen.

Die Anlage sollte eine Nennleistung von 2,35 Megawatt erbringen. Sie hätte eine Nabenhöhe von 138,40 Metern und einen Rotordurchmesser von 92 Metern. Der Rotorradius wäre 46 Meter groß. Die Gesamthöhe des Windrads würde demzufolge 184,40 Meter betragen.

Die Gemeinde Indersdorf leitet den Antrag jetzt an das Dachauer Landratsamt weiter, da dieses zunächst einmal die zuständige Gemeinde dafür ist. „Der Antrag wird von Seiten des Landratsamtes geprüft“, berichtet der Indersdorfer Geschäftsleiter Klaus Mayershofer. Unter anderem kontrolliert das Landratsamt, ob die Vorschriften des Emissionsschutzgesetzes eingehalten werden.

Anschließend beteiligt das Landratsamt die Gemeinde Indersdorf wieder an dem Verfahren. Dort hat man schon vor einiger Zeit mit der Ausarbeitung eines Teilflächennutzungsplanes begonnen. Darin gibt die Gemeinde Flächen aus, die sie als geeignet für Windkraftanlagen hält. Die Planungen stoppen jedoch zur Zeit, weil die Gemeinde, bevor sie den Plan weiter ausarbeitet, erst sichere Klarheit haben will, ob in Bayern die von Ministerpräsident Horst Seehofer angestrebte 10H-Regelung eingeführt wird. Der Gesetzesentwurf besagt, dass in Bayern der Abstand eines Windrades zur Wohnbebauung das Zehnfache zu dessen Höhe betragen muss. Ein Windrad mit 200 Metern Höhe müsste also zwei Kilometer von der nächsten Wohnbebauung entfernt sein. So wie das Windrad zwischen Wöhr und Albersbach geplant ist, wäre das nicht der Fall. Hier wäre das Windrad nur ungefähr 700 Meter von der Wohnbebauung weit weg. „Da muss man klar sagen, dass ein Windrad an diesem Standort der 10H-Regelung entgegen stehen würde“, erklärt Klaus Mayershofer.

Sollte die 10H-Regelung nicht kommen, hängt eine Genehmigung des Windrades davon ab, ob die Gemeinde die Fläche im künftigen Flächennutzungsplan für den Bau von Windrädern ausweist. „In den ursprünglichen Plänen würde die Fläche aber wohl nicht drinnen stehen“, sagt Mayershofer.

Claudia Schuri

Rubriklistenbild: © dpa

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