Panamas Ex-Diktator Manuel Noriega ist tot

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„Eh wurscht.“ Herbert Wende wandelte sich vom Miesepeter zum Jin-Shin-Jyutsu-Fan.

Wendes wunderlicher Wandel

Haimhausen - Die Ärzte konnten Herbert Wende nicht von seinem Leiden befreien. Der 57-Jährige war verzweifelt. Doch dann erlebte er in einem kleinen Zelt eine große Überraschung. Und diese hat zwei Namen: Markus Pütterich und Jin Shin Jyutsu.

Beim „Trommelevent“ im Kurhaus zu Bad Gögging trafen sich im Sommer haufenweise Scharlatane und Schamanen, obskure Musiker und rätselhafte Heiler. Alle waren frohgelaunt, nur einer gab den Miesepeter: Herbert Wende, 57. Kein Wunder, den Logistikfachmann aus Regenstauf zwickte der „Ischias“ - und wie. Seit Wochen hatte er höllische Schmerzen. Die Ärzte schoben ihn ins „Rohr“, wie er es nennt (Anm. d. Red.: Magnetresonanztomograph), spritzten und medikamentierten ihn „noch und nöcher“ - vergeblich. Und jetzt schleppte ihn seine in der Gesundheitsoase Bad Gögging kurende Gattin auch noch zu dieser „esoterischen Schwurbelei“, wie die örtliche Presse den „Trommelevent“ umschrieb. Doch dann traf Miesepeter Wende den Haimhauser Markus Pütterich - und aus dem Miesepeter sollte ein glücklicher Mann werden.

Pütterich, 49, ist eigentlich ein gefragter Stuntman und arbeitet unter anderem für Produktionen wie den Tatort. Seine große Leidenschaft aber ist: Jin Shin Jyutsu, eine uralte japanische Behandlungsmethode (siehe Kasten). In Bad Gögging hatte Pütterich in einem kleinen Zelt eine Massagebank aufgebaut und pries seine Künste an. „Ich wollte da nicht reingehen, aber meine Frau hat gesagt: Das ist doch eh wurscht“, erinnert sich Herbert Wende an damals. Schwerfällig legte er sich auf Pütterichs Pritsche.

„Er hat mich nur an den Schultern und Füßen berührt, ganz sanft“, beschreibt Wende die etwa 30 Minuten dauernde Behandlung. „Dann bin ich aufgestanden - und die Schmerzen wurden noch schlimmer.“ Auf der Stelle verließ der 57-Jährige Pritsche, Heiler und Zelt - so schnell es ihm sein Gebrechen im unteren Rückenbereich erlaubte. Doch Markus Pütterich hielt den Fliehenden zurück. „Ich habe ihm erklärt, dass es oft zunächst zu einer Verschlechterung kommt, und er möge einfach zwei Stunden warten. Und weil Wende so skeptisch wirkte, wie Finanzminister Schäuble im Hinblick auf die geplanten Reformen in Griechenland, erließ er ihm das vereinbarte Honorar in Höhe von 20 Euro.

Und tatsächlich: Als Herbert Wende ins heimische Regenstauf zurückgekehrt war, waren die Schmerzen weg. „Ich habe keine Ahnung wie er das gemacht hat, aber seit der Behandlung habe ich keinerlei Probleme mehr“, so Wende.

Der selbsternannte Jin-Shin-Jyutsu-Therapeut ist von seiner Methode überzeugt und erklärt sie so: Der Mensch habe ein Grundsystem, das hochgefahren werden müsse. In dem er die 26 im Körper befindlichen Energiepunkte anfasse könne die Energie fließen und den Schmerz angreifen. „Es ist, wie wenn man einen Stein ins Wasser schmeißt. Dann breiten sich die Wellen aus“, zieht Markus Pütterich einen anschaulichen Vergleich. Eines sei jedoch klar: „Man muss natürlich wollen“, meint er. Ein wenig Psychologie stecke schon dahinter.

Jin Shin Jyutsu ist laut eines Berichts der Zeitschrift Brigitte „auch bei uns im Kommen“. Die Bibel für Frauen, was Diäten und Heilmethoden angeht, meint, die Methode „hilft bei so unterschiedlichen Beschwerden wie Rückenschmerzen, seelischen Krisen und Schlafstörungen“. Wie der Pressesprecher der BKK ProVita Bergkirchen Peter Hanrieder erklärt, ist Jin Shin Jyutsu „keine Behandlungsmethode, die im Bereich der gesetzlichen Krankenkassen abrechenbar ist“.

Herbert Wende ist diese Tatsache eh wurscht. Er ist jetzt seit über einem halben Jahr geheilt. Und deshalb trommelt er, wo er nur kann, für seinen Heiler Markus Pütterich.

Infos und Kontakt

zu Markus Pütterich gibt es im Internet unter www.healing-touch.eu.

Thomas Zimmerly

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