Werbetafeln: Fünf Standorte gescheitert

Dachau - Das Vorhaben eines Kölner Werbeunternehmens, auf Grundstücken der Bahn in Dachau großflächige Werbeanlagen anzubringen, ist größtenteils gescheitert.

Wegen Aussichtslosigkeit hat die Ströer Media Deutschland während einer Verhandlung vor dem Bayerischen Verwaltungsgericht fünf von sieben geplanten Standorten aufgegeben.

Rein rechtlich ist es nur ein Vergleich, den der städtische Rechtsamtsleiter Josef Hermann und die Ströer Media jetzt geschlossen haben. Aber eigentlich kann sich die Stadt als Sieger fühlen. Denn an den Stellen, wo sie das Ortsbild am meisten beeinträchtigt hätten, wird es definitiv keine Werbeanlagen geben. So etwa entlang der Frühlingsstraße gegenüber des Geschäfts Kölbl. Dort wollte die Ströer Media gleich drei Tafeln anbringen, zwei davon mitten im Grünbereich, der die Bahnlinie von der Straße trennt.

Ebenfalls vom Tisch ist eine Werbetafel östlich der Augustenfelder Unterführung, die für Autofahrer zweifelsohne erhebliche Sichtbehinderungen beim Einbiegen von der Augustenfelder Straße in die Moosschwaigestraße verursacht hätte. Außerdem gestrichen: ein Standort im Grünbereich östlich der Bahnunterführung an der Erich-Ollenhauer-Straße.

Nachdem sich Verwaltungsrichter Dr. Volker Berberich die Stellen jetzt genau angeschaut hatte, war für den Richter klar: „Die Standorte dürften nicht genehmigungsfähig sein.“ Übrig bleiben zwei Standorte direkt an der Bahnunterführung der Erich-Ollenhauer-Straße. Dort will die Ströer Media Werbetafeln direkt an die Betonwände anbringen. Die Standorte sind Berberich zufolge genehmigungsfähig, „weil an der Betonstruktur nicht mehr viel zu verschandeln ist“.

Natürlich kann Rechtsamtsleiter Hermann die beiden Standorte nicht einfach so genehmigen. Dazu ist eine Entscheidung der Stadträte im Bauausschuss nötig. Dass Richter Berberich ein Ja der Stadträte zu den zwei Werbetafeln für richtig hält, daran ließ er keinen Zweifel: „Das sind die Standorte, an denen man gut mit Werbetafeln leben könnte.“

Nachdem die Ströer Media, Deutschlands größter Anbieter von Außenwerbungen, im Oktober 2008 die Werbetafeln bei der Stadt beantragt hatte, lehnte der Bauausschuss alle Anträge komplett ab. Daraufhin hatte das Unternehmen Klage gegen die Stadt eingereicht.

(flg)

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