Farbig und spannend trugen Franz Baur, Karen Breece und Reinhold Gruber (v.l.) vor. Foto: sch

Die Wesenszüge Lion Feuchtwangers skizziert

Dachau - Anlässlich des 50. Todestages des Schriftstellers haben Stadtbücherei und Dachauer Forum zu einem Lion-Feuchtwanger-Abend eingeladen.

Die Dachauer Schauspielerin Karen Breece, Franz Baur von den Papyromanen Erdweg und Reinhold gruber vom Haimhauser Kulturkreis lasen aus drei Feuchtwanger-Romanen vor. Zwischen die Szenen und als Untermalung machten Fany Kammerlander (Cello) und Hans Blume (Klarinette) Musik.

Lion Feuchtwanger (1884-1958) war zu Beginn des 20. Jahrhundert seiner der meistgelesenen deutschsprachigen Romanciers. Er gilt aus Schriftsteller des historischen Romans, obwohl er häufig zeitgeschichtliche Ereignisse verarbeitete.

Der gebürtige Münchner, der im Lehel aufgewachsen war, floh 1933 nach Frankreich und 1940 nach Kalifornien, wo er bis zu seinem Tod 1958 lebte.

Feuchtwanger galt als einer der intellektuellen Hauptgegner des NS-Regimes. Seine Bücher fielen 1933 der Bücherverbrennung zum Opfer, und die Münchner Universität entzog ihm wegen seiner jüdischen Abstammung den Doktortitel.

Sein Roman "Der Erfolg" mit dem Untertitel "Drei Jahre Geschichte einer Provinz" spielt im Bayern zwischen 1921 und 1924 und ist ein historisches Sittengemälde von Land und Volk. Unter den Protagonisten werden Adolf Hitler ebenso erkennbar wie ein Selbstporträt Feuchtwangers, erleäuterte Reinhold Gruber.

Im zweiten Teil wurde aus "Jud Süß" gelesen und "Die Jüdin von Toledo". Obwohl sein Roman im 18. Jahrhundert spielt, bemüht der schriftsteller die in den 1920er Jahren judenfeindlichen Klischees und NS-Terminologie. Im etwas zu lang geratenen Beitrag aus "Die Jüdin von Toledo" glänzt Karen Breece in der Doppelrolle der betrogenen Ehefrau und der Mätresse des Königs. (sch)

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