Windrad bei Prittlbach geplant

Hebertshausen - In Hebertshausen soll ein Windrad gebaut werden. Es soll westlich der Straße von Prittlbach nach Unterweilbach entstehen, Unweit des Windrades bei Etzenhausen.

Auch die Ziegelei Hörl & Hartmann in Webling trägt sich mit dem Gedanken ein Windrad in die Landschaft zu setzen (wir haben berichtet). Johann Böswirth, Landwirt und CSU-Gemeinderat, möchte das „Hebertshauser Windrad“ zum Laufen bringen. Dabei kann er sich durchaus eine Bürgerbeteiligung vorstellen. „Bis die erforderlichen Gutachten für den Bau erstellt sind, wird sicher noch ein Jahr vergehen“, so Böswirth. Die Windkraftanlage soll im Außenbereich als privilegiertes Vorhaben, wenn keine öffentlichen Belange entgegenstehen, auf der Flur-Nr. 131/1 Gemarkung Prittlbach errichtet werden.

Der geplante Standort befindet sich in der vom Ingenieurbüro Brugger dargestellten Konzentrationsfläche, sagte Bürgermeister Michael Kreitmeir in der Dezembersitzung des Gemeinderates. Er stellte auch die Frage in den Raum, ob die weitere Standortplanung im Gemeindegebiet durch eine Bauleitplanung sichergestellt werden soll.

Eine Regelung hierüber gibt es noch nicht. Es stelle sich die Frage, ob eine so genannte Windkraft-Konzentrationsfläche in dem Bereich des geplanten Windrades entstehen soll. Nach einer Studie ist nämlich genau diese Fläche eine der drei idealen Windkraftflächen im Gemeindebereich von Hebertshausen.

Greift die Konzentrationsfläche, so könnten nur innerhalb eines 35 Hektar-Gebietes zwischen Goppertshofen/Prittlbach und Unterweilbach Windräder entstehen. Ist im Flächennutzungsplan der Standort von Windrädern nicht festgelegt, können Anlagen auch an sonstigen Standorten gebaut werden. Sie sind sogar privilegiert und unterliegen nur den gesetzlichen Vorgaben. Es entstand eine lebhafte Diskussion um das Für und Wider.

Martin Gasteiger (FBB) gab zu bedenken, dass das Projekt bei Prittlbach keine Bebauung westlich des S-Bahnhofes mehr zulassen würde, da die Nähe des Windrades das verhindert.

Dieser Meinung schloss sich auch Gemeinderat Michael Vogl (CSU) an. „Der Investor wird bauen, die Entwicklung des Ortes ist dort aber in jedem Fall erledigt.“ Einige Gemeinderäte sprachen eine Bürgerbeteiligung beziehungsweise ein Bürgerbegehren an.

Gemeinderat Simon Wallner (CSU) gab zu Bedenken, sollte eine Konzentrationsfläche in die Wege geleitet werden, könne es gewollt sein, einen Windpark entstehen zu lassen.

Gemeinderat Martin Gasteiger (FBB) hakte nach und bezweifelte, ob ein Teilflächennutzungsplan rechtlich Stand hält, denn dafür muss mindestens ein Prozent der Gemeindefläche als potentielle Windkraftstandorte ausgewiesen werden. Er würde sich gerne noch genauer informieren und bat den Tagesordnungspunkt „Änderung des Flächennutzungsplans - Teilflächennutzungsplanänderung für Konzentrationsfläche Windkraft“ zu vertagen. Dies lehnte der Gemeinderat ab. In einer weiteren Abstimmung entschied sich das Gremium knapp gegen eine Konzentrationsfläche, sprich einer Teilflächennutzungplanänderung.

Die Diskussion über Windradstandorte könnte jedoch bald schon hinfällig sein, wenn der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer bei seiner Ankündigung bleibt und die Abstände zu Wohnhäusern neu regelt (H 10).

(khr)

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