Den neuen Muichmadln Teresa Baier (links) und Sabine Hefele (rechts) gratulierten die BDM-Verantwortlichen Peter Bertele (hinten links) und Martin Kiening. Foto: ost

Wüstenschnaps und Wissensfragen

Arnzell - Er wird immer beliebter, der Muichmadl-Ball. Heuer gab es beim Wackerl in Arnzell sowohl bei den Ballbesuchern als den Kandidatinnen für die Wahl zum Muichmadl 2015 Rekorde. Und eine 17-jährige Siegerin.

Zwei Mädchen aus der Gemeinde Markt Indersdorf, Sabine Hefele aus Niederroth und Teresa Baier aus Indersdorf, gingen bei der vom Kreisverband der Milchviehhalter veranstalteten Muichmadl-Wahl im Wackerl-Saal von Arnzell als Siegerinnen hervor.

Der Muichmadl-Ball gewinnt bei der ländlichen Jugend von Jahr zu Jahr mehr an Beliebtheit. Heuer gab es einen Rekordbesuch, der Saal platzte aus allen Nähten. In Dirndl und in Lederhose wurde bis zum frühen Morgen getanzt und gefeiert. Im Mittelpunkt stand natürlich die Muichmadlwahl, und auch hier gab es eine Rekordbeteiligung: elf hübsche Madln aus mehreren Landkreisen stellten sich zur Wahl. Die Bewerberinnen hatten ein sicher nicht einfaches Programm zu bewerkstelligen, das die Siegerinnen des Vorjahres, Theresa Kölbl aus Hilgertshausen und Veronika Rainer aus Schmarnzell, ausgearbeitet hatten.

Moderiert wurde die tolle Show ebenfalls von ehemaligen Regentinnen, nämlich von Sonja Sulzberger aus Langenpettenbach und eben Veronika Rainer. Die beiden forderten zunächst elf Burschen auf, sich nach einem hübschen Muichmadl umzusehen. Zum „Warmup“ für diesen lustigen Wettkampf gab es zunächst eine Tanzrunde, nach der die Burschen eine Halbe Bier „ex“ trinken mussten. Schlimmer erwischte es die Madl, denen ein „Wüstenschnaps“ serviert wurde. Dass hier nur trockene Semmelbrösel im Glas waren, konnten die junge Damen nicht ahnen. Die Dame, die am schnellsten „mampfen“ konnte, hatte gewonnen, die beiden langsamsten schieden aus, denn der ganze Wettbewerb war im K.O.-System aufgebaut.

Um zentimetergenaue Arbeit ging es beim Maßkrugschieben, und als „Überlebenstraining“ wurde das Melken an der BDM-Pappkuh „Faironika“ angekündigt. Da war die spätere Siegerin, Sabine Hefele, allen anderen Bewerberinnen überlegen, obwohl sie nicht aus der Landwirtschaft kommt. Die 17-Jährige besucht derzeit die 11. Klasse des Indersdorfer Gymnasiums, hat also das Abitur vor Augen.

Auch die 16-jährige Teresa Baier hat mit der Landwirtschaft nichts am Hut, sie absolviert eine Ausbildung bei der Sparkasse Dachau. Dass sich letztlich die junge Niederrotherin durchsetzen konnte, lag an deren kräftigen Muskeln im rechten Oberarm, denn beim entscheidenden Armdrücken musste sich die 16-jährige Indersdorferin geschlagen geben.

Einig waren sich all die Bewerberinnen, dass das Melken am anstrengendsten war. „Es war wirklich a zache Kuah“, scherzte der BDM-Kreisvorsitzende Martin Kiening, der zusammen mit dem BDM-Landesdelegierten Peter Bertele aus Humersberg den beiden Finalistinnen mit Blumen gratulierte und zum Ehrenwalzer „Wiener Blut“ aufforderte.

Dass Männer den Umgang mit dem Euter oft besser beherrschen als die holde Weiblichkeit, führten die Junglandwirte Johannes Wackerl aus Stumpfenbach und Josef Stegmeir aus Plixenried in beeindruckender Weise vor. Stegmeir, der auf dem elterlichen Glaslhof nicht per Hand melken braucht, weil das der Roboter macht, entlockte der BDM-Kuh die größte „Milchmenge“ und brachte „Faironika“ sogar zum Wanken.

Ausschlaggebend für den Sieg im Muichmadl-Wettbewerb waren nicht zuletzt die richtige Beantwortung von Fachfragen. Wie steht eine Kuh auf, wie lange ist eine Kuh trächtig, wieviel Mägen hat sie oder die Frage nach der Anzahl der Klauen brachten so manche Kandidatin ins Schwitzen, was der guten Stimmung im Saal aber keinen Abbruch tat.

Dass beim Muichmadl-Wettbewerb heuer Kondition, Geduld, Geschicklichkeit und ein klein wenig Fachwissen gefragt war, hat sich auf jeden Fall bewährt. Das sahen auch die vielen, von den Bewerberinnen mitgebrachten „Fanclubs“ so, die die Stimmung im Saal und in der Bar auf den Siedepunkt brachten. (ost)

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