Schule ohne Rassismus: Geschichtslehrerin Angelika Neumayer, Direktor Roland Reger, Initiator Thomas Herold, OB Peter Bürgel und Projektleiter Horst Schmidt. Foto: cse

Ein Zeichen, das wachrütteln soll

Dachau - Was tun gegen Rechtsradikalismus? Was tun gegen Diskriminierung? Diese Fragen beschäftigen Thomas Herold schon eine ganze Zeit lang. Und er hat etwas getan.

Der Schüler der K13 hat als Kopf eines Arbeitskreises am Ignaz-Taschner-Gymnasium in Dachau ein eindrucksvolles Zeichen gegen rechte Gewalt, Diskriminierung und nationalsozialistisches Gedankengut gesetzt.

Dafür ist Thomas Herold an Direktor Roland Reger mit dem Wunsch herangetreten, an der Schule einen Anstoß zu geben, damit sich Schüler mit diesen Themen auseinandersetzen. „Ich habe mir Gedanken darüber gemacht, was an einer Schule möglich wäre“, sagt Herold. Schließlich konnte er die Ausstellung „Rechtsradikalismus in Bayern“ des Bayernforums der Friedrich-Ebert-Stiftung an seine Schule holen.

Zur Ausstellungseröffnung kam auch der Projektleiter Horst Schmidt. Er ging näher auf die Ziele der Ausstellung ein und erklärte die 16 Schaubilder, die aufklären und informieren sollen, aber auch Möglichkeiten aufzeigen, was jeder einzelne gegen Rechtsradikalismus tun kann.

Mit der Ausstellung sollen insbesondere die Schüler der achten Klasse angesprochen werden. Mit ihren jeweiligen Geschichtslehrern werden sie sich mit den Themen auseinandersetzen. Zudem ist ein Zeitzeugengespräch mit dem Holocaust-Überlebenden Max Mannheimer geplant, der erstmals an der Schule sprechen wird. „Die Ausstellung ist ein erstes Zeichen, das wachrütteln soll“, so Herold. Dass seine Initiative an der Schule weitergeführt wird, daran zweifelt er nicht: „Es gibt viele wissbegierige Schüler, die sehr wohl bereit sind, politischen Themen Zeit zu widmen.“ Ausschlaggebend für die Idee, selbst ein Zeichen zu setzen, waren für Thomas Herold zum einen verschiedene Vorfälle mit rechtsradikalem Hintergrund in den Medien, aber auch persönliche Erfahrungen mit Rassismus.

Die Fachbetreuerin für Geschichte, Angelika Neumayer, betonte die Bedeutung der Ausstellung insbesondere für Schüler: „Rechtsextreme nähern sich den Jugendlichen heute über Musik und verkleiden sich im bürgerlichen Gewand. Zwölfjährige Glatzköpfe sind heute keine Seltenheit mehr.“

Besonders die Jugend sei anfällig für nationalsozialistisches Gedankengut. Die Schule habe die Aufgabe, sich gegen rechte und linke Gewalt einzusetzen, mit dem Ziel für die Würde des Menschen einzutreten. Die Ausstellung soll dabei helfen, Wissen zu vermitteln – als Grundlage für ein fundiertes und gewissenhaftes Urteil. Das Ignaz-Taschner-Gymnasium bewirbt sich für die Auszeichnung „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. (cse)

Auch interessant

Kommentare