Hunderte Geistliche waren im KZ Dachau inhaftiert. Das Symposium zur Zeitgeschichte befasst sich aber nicht nur mit der Opferrolle der Kirche. Foto: Betz

Zeitgeschichtssymposium: Kirche als Opfer, Kirche als Täter

Dachau - „Die Kirchen und die Verbrechen im nationalistischen Staat“ lautet das Thema des 11. Dachauer Symposiums zur Zeitgeschichte. Es wurde aus aktuellem Anlass auf Mai vorverlegt.

„Ich haben schon lange darüber nachgedacht, ein Symposium zum Thema Kirche und NS-Staat zu organisieren“, sagt Dr. Bernhard Schoßig, der Initiator des Symposiums. „Erst dieses Jahr hat sich aber thematisch die Gelegenheit dazu geboten. Schließlich findet im Mai der zweite ökumenische Kirchentag in München statt.“

Am 14. und 15. Mai werden Wissenschaftler aus ganz Deutschland im Jugendgästehaus Vorträge über die Rolle der Kirchen während des Dritten Reichs halten. Sowohl nach der Opferrolle als auch nach der Mittäterschaft der Kriche werde gefragt, so Schoßig. Wo hat die Kirche Widerstand geleistet, wo hat sie geschwiegen? Und wie wird heute die Schuldfrage innerhalb der Kirche thematisiert? Diese und weitere Fragen sollen beantwortet werden.

Unter den Referenten ist Björn Mensing. Der Pfarrer der evangelischen Versöhnungskirche spricht darüber, wie inhaftierte Geistliche nach 1945 mit ihrer schmerzhaften Vergangenheit umgegangen sind. „Das KZ-Dachau wird in unserer Vortragsreihe kein zentraler, aber ein lokaler Aspekt sein“, so Schoßig. Ab den 1940er Jahren wurden verhaftete Geistliche ausschließlich nach Dachau gebracht. (mm)

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