Wird derzeit saniert: die Parkgarage in der Altstadt. Weil das Bauwerk für bestimmte Arbeiten eine Temperatur von mindestens acht Grad haben muss, dauert die Sanierung länger. foto: hab

Zeitplan ade

Dachau - Eigentlich sollte die Parkgarage in der Altstadt im Frühjahr wieder eröffnet werden. Doch schon jetzt steht fest, dass die Sanierung vermutlich noch bis Mitte des Jahres dauert.

Seit über 20 Jahren arbeitet Hilde Scharf in der Dachauer Altstadt in einer Arztpraxis. Und seit Jahrzehnten parkte die 60-Jährige ihr Auto während der Arbeitszeit auf den angemieteten Plätzen in der Altstadtgarage, wie ihre Kollegen und Kolleginnen auch. Doch seit August ist die tägliche Routine vorbei. Die Altstadtgarage wird saniert - und Hilde Scharf muss jeden Tag einen neuen Parkplatz suchen.

Direkt in der Altstadt einen Parkplatz zu finden, an dem sie länger als 90 Minuten stehen kann? „Das ist nicht möglich“, sagt die Schwabhauserin. Und auch außerhalb der Altstadt seien die freien Plätze schon früh morgens belegt. Für die 60-Jährige bedeutet das: früher aufstehen, früher losfahren, Parkplatz suchen und einen längeren Arbeitsweg in Kauf nehmen. „Einfach ärgerlich und anstrengend“ sei das. Im Frühjahr sollten die Arbeiten an der Altstadtgarage eigentlich fertiggestellt werden, doch der Eröffnungstermin verzögert sich.

„Da waren wir ein bisschen blauäugig“, gibt Axel Clausnitzer von den Stadtwerken Dachau zu. Weil für bestimmte Arbeiten eine Bauwerkstemperatur von mindestens acht Grad notwendig ist, wird die Sanierung vermutlich bis zur Jahresmitte andauern. „Eine Eröffnung im Juni ist realistisch“, sagt Clausnitzer. Damit in den unteren Etagen des 1984 errichteten Gebäudes weiter gearbeitet werden kann, wurde extra eine Winterheizung installiert. Beim offenen Parkdeck funktioniert das allerdings nicht. Das veranschlagte Sanierungsbudget von 2,8 Millionen Euro soll aber trotz der Verzögerung eingehalten werden.

Bisher gab es in der Altstadtgarage 140 Stellplätze. Davon werden wegen einer vergrößerten Stellplatzbreite wohl einige wegfallen. Wieviele genau, das müsse noch „ausgekartelt“ werden, so Clausnitzer, vermutlich im Stadtrat. Trotzdem soll in Zukunft neben den rund 80 fest vermieteten Stellplätzen mehr Platz für Kurzzeitparker geschaffen werden - mit Hilfe einer „pfiffigen Idee“: Eine digitale Parkraumbewirtschaftung soll dafür sorgen, dass auch Plätze von Stellplatzmietern belegt werden können, wenn diese ihren Stellplatz gerade nicht nutzen. Ob sich auch an den Parkpreisen etwas ändern wird, dazu will sich Clausnitzer noch nicht äußern. Er ist sich aber sicher: „Billiger wird es nicht.“

Hilde Scharf ist einfach nur froh, wenn sie wieder einen festen Stellplatz hat. Und sie glaubt, vielen anderen geht es genauso: „Gerne würde mancher seinen angestammten Parkplatz wieder haben - und dafür auch der Stadt Dachau seinen Obolus bezahlen.“ Da ist sie sich sicher.

Dominik Göttler

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