Keine Freunde: Edgar Forster (l.) und Josef Baumgartner. kn

Zoff bei den Freien Wählern: Forster und Co. werden rausgeschmissen

Dachau - Der Kreischef der Freien Wähler, Schwabhausens Bürgermeister Josef Baumgartner, und der Gründer der Freien Wähler Dachau, Dr. Edgar Forster, werden in diesem Leben wohl keine Freunde mehr. Am vergangenen Freitag flatterte dem Dachauer Stadtrat ein Einschreiben von Baumgartner ins Haus. Der Betreff: „Ihr Ausschluss aus dem Verein FW-Freie Wähler, Kreisverband Dachau e.V.“

Forster reagiert darauf mit einem Achselzucken: „Das ist schon das fünfte Mal, dass ich irgendwo ausgeschlossen werden soll. Das juckt mich nicht.“ Der Dachauer Wirtschaftswissenschaftler ist nicht der einzige, den der Kreisverband auf dem Kicker hat: Claus Weber, Sebastian Leiß, Markus Erhorn und Werner Dornstädter haben ebenfalls einen blauen Brief erhalten.

Baumgartner begründet die Maßnahme mit einem Verweis auf die Vereinssatzung: „Ein Vereinsziel ist es, eine gemeinsame Kreistagsliste zu erstellen. Dagegen haben Herr Forster und die anderen mit ihrer eigenen Liste klar verstoßen.“ Der Ärger sitzt jedoch womöglich noch tiefer: Die FW-Kreisspitze hat es mächtig gewurmt, dass Forster im Wahlkampf gegen die FW-Landratskandidatin Michaela Steiner Stimmung gemacht und offen für den CSU-Man Stefan Löwl geworben hat. Forsters einziges Ziel sei es gewesen, Verwirrung zu stiften, heißt es bei den Kreis-Freien-Wählern. „Forster wollte unbedingt selber in den Kreistag ziehen, um eine Art CSU-Joker spielen zu können“, erklärt ein Vorstandsmitglied.

Bei den Dachauer Freien Wählern gibt man sich erstaunt. Der neue Kreisrat Sebastian Leiß hatte in der vergangenen Woche eine E-Mail an Baumgartner und den bisherigen Fraktionsvorsitzenden Michael Reindl verschickt, in dem er ein Treffen der beiden Fraktionen im Vorfeld der konstituierenden Kreistagssitzung anregte.

Doch: Die E-Mail von Leiß stammt vom Freitag, 4. April, 13:38 Uhr, Baumgartners Brief ist auf den 2. April datiert. Die Kreis-FW-Funktionäre sprechen daher von einer „Alibi-Aktion“ des Nachwuchspolitikers. Leiß habe, so die Kreis-FWler, das Schreiben spätestens am Freitag in der Post vorgefunden und seine E-Mail nur verschickt, „um uns hinterher den Schwarzen Peter für den Bruch zuschieben zu können“, wie Baumgartner sagt. „Mit Leiß will bei uns keiner etwas zu tun haben.“

Der Gescholtene weist den „Alibi-Vorwurf“ zurück: „Ich habe den Brief erst am Montag erhalten, andere allerdings schon am Samstag.“ Dann setzt Leiß mit einem Augenzwinkern hinzu: „Da habe ich mich schon gefragt, ob die mich etwa vergessen haben.“ Ein FW-Kreis-Vereinsmitglied, das auf der Forster-Kreistagsliste angetreten ist, hat bis dato tatsächlich noch kein Ausschlussschreiben erhalten: die Sparkassen-Managerin Susanne Allers. „Vielleicht will Frau Allers ja eines Tages zu uns zurück“, streckt Baumgartner die Hand aus. Der Rauswurf der anderen ist noch nicht rechtskräftig: Die Dachauer haben bis 30. April Zeit, eine Stellungnahme abzugeben. (kra)

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