Beim Workshop in der Stadtteilbücherei meldeten sich bereits zehn Gründungsmitglieder für einen Bürgerverein. foto: rds

Die Zukunft gehört dem Bürgerverein

Dachau - Die Tage des Projekts „Soziale Stadt Dachau-Ost" sind gezählt. Doch das Engagement der Bürger geht damit nicht zu Ende. Im Gegenteil.

Seit September 2010 läuft das Förderprojekt Soziale Stadt Dachau-Ost. Da der Förderzeitraum auf fünf Jahre begrenzt ist, gilt es, sich rechtzeitig Gedanken zu machen, wie es weitergehen soll. In dem Workshop „Akteur sein im Quartier - Zukunft Soziale Stadt Dachau-Ost“ in der Stadtteilbücherei beschlossen die Teilnehmer, einen Bürgerverein zu gründen.

Mindestens zehn Gründungsmitglieder standen bereits beim Workshop am vergangenen Samstag fest, einige an diesem Tag verhinderte kommen jedoch laut Quartiersmanagerin Sabina Endter-Navratil noch hinzu. Sie ist es auch, die sich als treibende Kraft und Netzwerkerin zur Verfügung stellt. „Mich interessiert das“, sagte sie nach dem Workshop. Denn es kämen immer mehr Leute, und die verschiedenen Projekte und Arbeitsgruppen der Sozialen Stadt Dachau-Ost würden immer bekannter. Jetzt habe sie auch Kontakt zum Türkisch-islamischen Verein in Dachau und dem türkischen Tanzen am Ernst-Reuter-Platz neben dem Blumenladen. „Wir wollen die Vereinsgründung bis Ende des Jahres auf den Weg bringen - und das soll von Anfang an Hand und Fuß haben“, so Endter-Navratil.

Sehr zuversichtlich ist die stellvertretende Dachauer Bauamtsleiterin Ariane Jungwirth, die genauso wie die SPD-Stadträte Professor Günter Heinritz und Oberbürgermeister-Kandidat Florian Hartmann an dem Workshop teilnahm. „Das Engagement, das ich hier erlebe, ist ganz großartig. Das hat nicht nur die Politiker überzeugt, sondern auch dafür gesorgt, dass das immer mehr Zulauf kriegt“, so Jungwirth. „Die haben das vom Quartiersmanagement sehr realistisch und ernsthaft vorbereitet.“ Daher sei sie überzeugt, dass die noch bestehenden Klippen beim Übergang zur selbsttragenden Struktur im Quartier umschifft werden könnten.

Der Quartiersbeirat hatte bereits in einer Tischvorlage zusammengestellt, was er der Stadt anbietet: Die Gründung des Bürgervereins als Ansprechpartner im Stadtteil, ehrenamtliche Arbeit für den Stadtteil, Unterstützung beim Umsetzen von Ideen der Bürger und Fortsetzen der Arbeit in den Arbeitsgemeinschaften. Auch ein inhaltlicher Plan für die Vereinsziele und dessen Umsetzung sowie eine Jahresplanung bietet der Quartiersbeirat an. Selbstverständlich gehöre auch das Verwalten eines von der Stadt zur Verfügung gestellten Budgets, die Organisation und Vergabe der Räume, das Erschließen weiterer Geldquellen sowie Werbung für den Verein dazu. Andererseits erwartet man sich von der Stadt miet- und nebenkostenfreie Räume, ein jährliches Budget und Personal.

In diesem Punkt stimmten die Vorstellungen mit den städtischen Vorüberlegungen überein. Die Stadt bietet miet- und nebenkostenfreie Räume im Neubau des Bürgertreffs hinter dem Adolf-Hölzl-Haus. Die endgültigen Baupläne soll der Bauausschuss am 20. März beschließen. Dann könnte vielleicht noch vor der Sommerpause mit dem Bau begonnen werden und ein Einzug Ende des Jahres oder Anfang 2015 in Frage kommen. Die Stadt bietet außerdem Hilfe bei der Kommunikation zwischen Bürgerverein und städtischen Gremien sowie Hilfe beim Vereins-Antrag für ein Jahresbudget. Ob und in welcher Form ab 2015 ein Zuschuss für das vom Verein gewünschte Personal möglich ist, wird geprüft. Die Stadt erwartet Vereinsgründung, Nutzungskonzept, also eine Art Hausordnung, klar formulierte Vereinsziele und eine genaue Stellenbeschreibung für den „Kümmerer“. Auch braucht sie eine Liste jener Aufgaben, die die Vereinsmitglieder selber übernehmen wollen. Darlegen müsse der Verein, was zu Dachau-Ost gehört und was nicht mehr.

Jungwirth stellte klar: Die Entscheidung über ein Budget fälle allein der neue Stadtrat. Dazu sollten die oben aufgeführten Angaben bis Anfang Juni der Stadt vorliegen, damit alles noch bis zum Herbst in die Haushaltsberatungen für 2015 einfließen könne. Über den Vereinsnamen sollen die Bürger in einem Wettbewerb entscheiden.

Reinhard-Dietmar Sponder

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