Hatten ihre Gründe für die Zwangsräumung: Franziskuswerk-Geschäftsführerin Schwester Maria Magdalena Egg (links) und Generaloberin Schwester Benigna Sirl.

Franziskanerinnen: Zwangsräumung gerechtfertigt

Schönbrunn - Die Schönbrunner Franziskanerinnen haben gestern ihre Zurückhaltung aufgegeben und mitgeteilt, warum sie vor drei Wochen eine arme Familie vor die Tür gesetzt haben (wir haben berichtet).

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Seinerzeit hätten Generaloberin Schwester Benigna Sirl, Liegenschaftsverwalter Kurt Müller und Pressesprecherin Cornelia Rommé Ferien gemacht. Geschäftsführerin Schwester Maria Magdalena Egg, erst seit Mitte Juni im Amt, zog es vor zu schweigen. Die Dienerinnen der Göttlichen Vorsehung schickten stattdessen den Petershauser Anwalt Eduard Höhenberger vor. Dessen Credo: Kein Kommentar.

In einem Pressegespräch wehrten sich die Franziskanerinnen gegen den Vorwurf, Anfang August bei der Zwangsräumung ihrer Wohnung in Petershausen herzlos gegen Mieterin Antje D. (47), ihre Tochter (17) sowie den geistig behinderten Sohn (20) vorgegangen zu sein.

Familie D. war im September 2002 in die Wohnung der Ordensfrauen eingezogen. Ab 2004 blieb die Familie immer wieder den Mietzins schuldig. Bis August 2009 standen 3146, 90 Euro zu Buche. Die Franziskanerinnen hätten Familie D. über die Jahre hinweg immer wieder Nachlässe und Ratenzahlung gewährt, so Müller.

„Ich kann unsoziales oder unmenschliches Vorgehen in unseren Entscheidungen und in der Abwicklung durch unseren Liegenschaftsverwalter nicht erkennen“, rechtfertigte sich die Generaloberin. Die Familie habe von ihrer Seite hohes Entgegenkommen erfahren, so Sirl, jedoch seien wiederholt Vereinbarungen und Versprechungen nicht eingehalten worden. Sie gibt zu bedenken, dass die 106 Schönbrunner Franziskanerinnen, die im Durchschnitt über 70 Jahre alt sind, „ihren privaten Lebensunterhalt von ihrer Hände Arbeit finanzieren“. Dazu gehörten die vermieteten Wohnungen in Petershausen – derzeit sind es über 100.

(zim)

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