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Dabei sein ist alles: Die teilnehmenden Kinder am Finale des diesjährigen Vorlesewettbewerbs im Landkreis Dachau.

Wenn Luna liest, werden Figuren lebendig

Landkreisfinale des Vorlesewettbewerbs

Indersdorf - Die zwölf besten Sechstklässler aller Schulen aus dem Landkreis treten in der Indersdorfer Mittelschule gegeneinander an.

Weil Lesen eben doch schöner ist als Fernsehschauen. Vorsichtig den Buchrücken aufschlagen, den Geruch von Papier und Druckerschwärze in der Nase haben, die Fantasie auf Reisen schicken. Luna Grießhaber kennt dieses Gefühl nur zu gut. Die Elfjährige verschlingt ein Buch nach dem anderen. Etwas Schöneres, als sich am Wochenende mit einer spannenden oder lustigen Geschichte unter die Bettdecke kuscheln, kennt Luna nicht: „Am Wochenende lese ich bestimmt drei, vier Bücher pro Tag“, erzählt sie. „Das können dann schon mal so 1000 Seiten werden.“

Unter der Woche geht das aber nicht: Da geht die Schule vor. Lesen, das ist so toll, „weil man in andere Welten tauchen kann. Sich in andere hineinversetzten kann, und alles auf die eigene Fantasie ankommt“, erklärt Luna, fast schon so reif wie eine Erwachsene.

Aber die Elfjährige liest nicht nur gerne leise für sich, sondern auch ganz toll vor. Beim Lesewettbewerb für den Landkreis ist Luna Grießhaber auch mit dabei. Die zwölf besten Sechstklässler aller Schulen aus dem Landkreis treten in der Indersdorfer Mittelschule gegeneinander an. Zuerst lesen sie eine Textstelle aus ihrem Lieblingsbuch vor, die fünf besten lesen dann noch aus einem unbekannten Buch zwei Seiten vor.

Aaliya Beer aus der Mittelschule Haimhausen liest eine Textstelle aus dem Buch „Elena – Ein Leben für Pferde“. Sie ist froh, als sie es endlich geschafft hat. „Ich hatte ein total mulmiges Gefühl. Ich habe die Textstelle ja zu Hause immer und immer wieder geübt. Da wollte ich dann auch mein Bestes geben“, erklärt sie.

Auch Aaliya liest zu Hause ganz viel. „Ich lese wirklich total gerne“, sagt sie. Aber dass Aaliyah so viele Bücher in die Hand nimmt, hat auch noch einen anderen Grund: „Unter der Woche dürfen mein Bruder Julien und ich nicht fernsehen. Wenn mir dann langweilig ist, lese ich dann.“ Ein teures Hobby, wie ihre Mama scherzhaft bemerkt. Sie komme nämlich mit dem Kaufen von neuen Büchern schon fast nicht mehr hinterher.

Bruder Julien ist zum Lesewettbewerb auch mitgekommen. Zum Anfeuern und die große Schwester Unterstützen: „Meine Schwester hat, finde ich, am besten von allen gelesen. Wenn ich groß bin, will ich auch so viele Bücher lesen und das auch so gut können“, sagt der Sechsjährige. Leider schafft es Aaliyah nicht unter die besten Fünf. Sie ist aber trotzdem froh, dabei gewesen zu sein.

Luna dagegen hat die Vorrunde geschafft und muss nun eine Textstelle aus die Eiskönigin von Wolfgang und Heike Hohlbein vorlesen. Luna ist als viertes dran. Über eine richtig fiese Textstelle – „und sofort durchströmte sie eine Woge wohltuender Wärme“ – sind bis jetzt alle vor ihr gestolpert. Luna meistert die Stelle mit Bravour. Sie betont die verschiedenen Sprechrollen jeweils anders, macht Pausen nach den Sätzen, flüstert, spricht energisch, fragend, säuselnd, verwundert.

Bei Luna erwachen Gerda und die Schneekönigin zum Leben. Auch die Jury, Ruth Meinl, Gabriele Koch, Melanie Held und Helmuth Rumrich, sind von Luna begeistert: Sie gewinnt den Vorlesewettbewerb und darf nun in ein paar Wochen beim Bundeswettbewerb antreten.

reg

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