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Bei Pellheim soll das zweite Windrad auf Dachauer Boden entstehen.

Ortsteil Pellheim

Zweites Dachauer Windrad darf gebaut werden

Dachau/Pellheim - Das Landratsamt hat den Weg freigemacht für ein zweites Windrad auf Dachauer Stadtgebiet. Die Behörde genehmigte das 200 Meter hohe Projekt der Firma Hörl und Hartmann im Ortsteil Pellheim. Die Bürgerinitiative dort hat Widerstand angekündigt.

Das Landratsamt Dachau hat nach mehrmonatiger Verfahrensdauer die Windkraftanlage bei Pellheim als Nebenanlage der Firma Hörl und Hartmann Ziegeltechnik mit Auflagen unter anderem hinsichtlich Betriebs- und Ruhezeiten sowie eines artenschutzrechtlichen Monitorings genehmigt, heißt es in einer Presseerklärung. Dabei hat es sich die Behörde nicht leicht gemacht. „Im Lauf des Verfahrens wurden 22 Fachbehörden und -stellen beteiligt sowie eine Vielzahl von Hinweisen und Einwendungen von Bürgern bewertet und berücksichtigt“, so der Medienbeauftragte des Landratsamts Wolfgang Reichelt.

Das Pellheimer Windrad wäre die zweite Anlage im Stadtgebiet. Bei Etzenhausen drehen sich die Rotoren bereits seit August 2013.

Die Bürgerinitiative Pellheim indes zweifelt die Rechtmäßigkeit des Bescheids zum Bau der insgesamt rund 200 Meter großen Windmühle an. „Schade um die Demokratie. Ich bin enttäuscht von den Politikern. Hier wird unsere Heimat kaputt gemacht“, ärgert sich Wilhelm Metz von der BI, die eine Klage zum Verwaltungsgericht München gegen die Genehmigung einlegen möchte. Diese hätte aufschiebende Wirkung. Das heißt, die Anlage dürfte (noch) nicht gebaut werden.

Im Verfahren prüfte das Landratsamt insbesondere Einwände in Bezug auf die geringen Abstände des Windrads zur Bebauung (rund 800 Meter) sowie artenschutzrechtliche Bedenken bezüglich des geschützten Rotmilan, einschließlich eines Gegengutachtens. „Die Windkraftanlage fällt nicht unter die seit November 2014 in Bayern geltende sogenannte 10 H-Regelung, die einen Mindestabstand von der zehnfachen Gesamthöhe eines Windrads zur nächsten Wohnbebauung, vorschreibt“, meint Wolfgang Reichelt. Bereits im Gesetzgebungsverfahren habe das Landratsamt darauf hingewiesen, dass Nebenanlagen von der 10 H-Regelung nicht mit umfasst seien. Die Regelung sei vom Gesetzgeber jedoch – wie jetzt gültig – beschlossen und habet einen bauplanungs- und ordnungsrechtlichen Hintergrund.

Reichelt: „In einem ersten Verfahren hat das Verwaltungsgericht München die beantragte Windkraftanlage auch bereits als Nebenanlage zur Ziegelei eingestuft und damit nicht als selbst privilegierte Hauptanlage, welche unter die 10 H-Regelung fallen würde.“

Die am Verfahrensende noch offene Frage, ob ein geschützter Rotmilan im Bereich des Windrads brütet und somit eine artenschutzrechtlichen Nachkartierung erforderlich ist, habe mittels einer genetischen Untersuchung von Schalenresten geklärt werden können, so das Landratsamt. „Diese hat ergeben, dass der Horst von einem Mäusebussard und nicht von einem Rotmilan besetzt war“, sagt Medienchef Reichelt.

Mit der Turbowindmühle will die Firma Hörl und Hartmann Strom für die Herstellung von Ziegeln herstellen. Das erspare das Hinzukaufen von fossilen Brennstoffen, so der Betreiber.

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