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Stau, Abgase und Lärm: Das macht den Pendlern und Anwohnern in Karlsfeld zu schaffen. Ein Tunnel würde Entlastung bringen.

Gemeinderat Karlsfeld fordert nun einen Kurztunnel

Der Tunnel ist noch nicht vom Tisch

Karlsfeld - Stau, Abgase und Lärm machen den Pendlern und Bürgern von Karlsfeld seit Jahren zu schaffen. Die Gemeinde kämpft weiter für die Untertunnelung der Münchner Straße – nachdem das Verkehrsministerium den Tunnel ablehnte. Verkehrsreferent Bernd Wanka will das Verfahren neu aufrollen.

Die Untertunnelung der Münchner Straße in Karlsfeld war eigentlich schon vom Tisch. Der Bund hat die Baumaßnahme zur Entlastung von Karlsfeld aus dem Verkehrswegeplan gestrichen. Doch damit will sich die Gemeinde nicht abspeisen lassen: Einstimmig beschloss der Gemeinderat am Donnerstag, einen Antrag für einen Kurztunnel zu stellen.

Vor einigen Wochen hatte das Verkehrsministerium verkündet, dass sich das Projekt „mangels Wirtschaftlichkeit“ nicht lohne und nicht in den subventionierten Bundesverkehrswegeplan aufgenommen werde. Aus eigener Tasche kann die Gemeinde einen Tunnel an der Münchner Straße aber nicht bezahlen, da sie finanziell am Anschlag wirtschaftet.

Verkehrsreferent Bernd Wanka (CSU) wollte nach der Absage für den Karlsfelder Tunnel nicht locker lassen. Bei der Regionalkonferenz der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zum Bundesverkehrswegeplan traf er sich erneut mit Verkehrsminister Alexander Dobrindt, der Stimmkreisabgeordneten Gerda Hasselfeldt (CSU) und weiteren Vertretern des Bundesverkehrsministeriums.

Dort schlug Wanka eine Alternative für den Langtunnel vor: Er plädiert für eine Kurzversion zwischen Allacher und Bajuwarenstraße und für den Ausbau der umliegenden Routen über die A99, A92 und die B471. Auch Bürgermeister Stefan Kolbe sprach sich für den Kurztunnel aus: „Wir sollten es schaffen, jetzt in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen zu werden, sonst ist das Thema in den nächsten Jahren vom Tisch.“

Wanka wirft dem Verkehrsministerium vor, mit falschen Zahlen gerechnet zu haben. In der vollbesetzen Gemeinderatssitzung mit rund 30 Zuhörern kritisierte der Vekehrsreferent, dass das Ministerium lediglich mit 12 000 Fahrten pro Tag durch einen möglichen Langtunnel gerechnet habe und davon ausgehe, dass „offenbar null Einwohner von einer Lärmminderung durch den Tunnelbau profitieren würden“.

Nach den Berechnungen von Ingenieur Dr. Christoph Hessel, der von der Gemeinde beauftragt wurde, seien es aber rund 21 000 Fahrzeuge, die jeden Tag durch den abgelehnten Langtunnel fahren würden. Außerdem ist nicht nur das hohe Verkehrsaufkommen eine Belastung für die 20 500-Einwohner-Gemeinde, sondern auch die hohen Lärm- und Schadstoffemissionen durch die vielen Autos – all das könnte ein Langtunnel reduzieren.

Die Untertunnelung der B 304 ist sozusagen ein Dauerbrenner in Karlsfeld. Bereits vor der Wiedervereinigung setzte sich der Gemeinderat dafür ein. „Damals wurden wir aber wieder herausgekickt“, sagte die SPD-Fraktionschefin Hiltraud Schmidt Kroll. Die Sanierung der Straßen im Osten hatte Vorrang.

Schließlich stimmten die Gemeinderäte einstimmig für den Antrag, einen Kurztunnel für Karlsfeld in den Bundesverkehrswegeplan mitaufzunehmen. Bis 2. Mai muss der Antrag in Berlin ankommen, so Wanka. Dann muss das Verkehrsministerium nochmals bewerten, ob die Verkehrsbelastung für die Untertunnelung hoch genug ist.

Ein Hoffnungsschimmer: Die Stimmkreisabgeordnete Gerda Hasselfeldt sicherte ihre Unterstützung zu.

Anna Schwarz

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