Mehr als 70 Autos kann der neue Parkplatz an der A8 aufnehmen. foto: sailer

Lange Diskussionen um Mitfahrerparkplatz

Odelzhausen - Der neue Mitfahrerparkplatz war Thema im Gemeinderat - ein schier endloses Thema. Bis dem stellvertretenden Bürgermeister schließlich der Kragen platzte.

Der Gemeinderat hat den Bau eines neuen Mitfahrerparkplatzes im Bereich der ehemaligen Autobahnzufahrt beschlossen. In der Sitzung gab es zuvor eine lange Diskussion um den Standort und Planungsdetails. Die Baukosten für den Mitfahrerparkplatz trägt der Bund, die Planung übernimmt die Gemeinde.

Das Straßenbauamt sieht für den Parkplatz umfangreiche Arbeiten auch an der Staatsstraße vor. So wird eine Überquerungshilfe für Fußgänger an der neuen Ausfahrt des Parkplatzes errichtet. Ebenso wird für die Fahrzeuge ortsauswärts ein Linksabbiegerstreifen gebaut. Der neue Parkplatz selbst ist ein langgestrecktes Areal, dass zwischen Feuerwehr und Wohngebiet Steinfeldstraße auf dem Gelände der ehemaligen Autobahnzufahrt liegt. Der bestehende Mitfahrerparkplatz wird verkleinert und zukünftig nur noch Platz für zehn Fahrzeuge bieten.

Der neue Parkplatz kann mehr als 70 Fahrzeuge aufnehmen. Die beiden Plätze sind nicht miteinander verbunden. Entlang der Staatsstraße wird ein Gehweg und ein attraktive Baumallee angelegt. Der optische Eindruck wird dadurch erheblich verbessert, so der Planer gegenüber den Gemeinderäten.

Kritik an der Planung äußerte Dr. Roderich Zauscher (BGO), weil kein Zebrastreifen, sondern nur eine Mittelinsel für Fußgänger zur Verfügung steht. Er befürchtet gefährliche Situationen im Berufsverkehr, weil viele Parker auf die andere Straßenseite zur Bushaltestelle wollen.

Zauscher sagte: „Der Planer sollte überlegen, ob man den kleinen Parkplatz aus Sicherheitsgründen nicht wegfallen lässt und einen richtigen Zebrastreifen einrichtet. Die Leute gehen von dort doch nicht erst 100 Meter zum Fußgängerüberweg um die Straße zu überqueren.“ Bruni Kiemer (FW) schloss sich der Forderung nach einem Zebrastreifen an. Der Unterschied: Bei einer Querungshilfe mit Insel liegt die Verantwortung für die Überquerung beim Fußgänger, er muss schauen, wann sich eine Lücke im Verkehr findet. Bei einem Zebrastreifen muss der Autofahrer die Überquerung ermöglichen. Johanna Winkler (FW) stellt die Örtlichkeit insgesamt in Frage. Sie favorisiert einen Standort für den Parkplatz außerhalb des Ortes, fernab von Wohngebieten. Paul Brandhofer (CSU) monierte eine fehlende Abgrenzung des Parkplatzareals zum Feuerwehrgelände. „Jeder Parker nimmt den kürzesten Weg und rennt dann über das Feuerwehrgelände“, sagte er.

Bürgermeister Brandmair will das Thema Umzäunung „im Hinterkopf behalten“ und gab zu bedenken, dass mit einem Zaun Übungsraum für die Feuerwehr verloren geht. Angesichts der Dauer der Diskussion und der vielen Einwände platzte dem stellvertretenden Bürgermeister Johann Heitmair (CSU) der Kragen: „Wenn wir so weiterdiskutieren und die Planung ständig in Frage stellen wird das mit dem Parkplatz heuer nichts mehr. In jeder Sitzung bringt jeder etwas Neues daher.“ Auch Brandmair forderte eine sofortige Abstimmung und meinte „Was wir hier rumdiskutieren ist haarsträubend.“ Der Gemeinderat stimmte daraufhin mehrheitlich für die Planung ohne Zebrastreifen, ohne Zaun für die Feuerwehr und mit zwei eigenständigen Parkplätzen.

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